Deutsches Museum Neues Tor zum alten Blech

Sechs Millionen Euro aus dem Konjunkturprogramm: Das Verkehrszentrum des Deutschen Museums bekommt eine repräsentative Eingangshalle - und hofft auf mehr Besucher.

Von Dominik Hutter

Umständlich ist das schon: Erst einen Kran aufstellen und dann sämtliche Baumaterialien hoch über das Hallendach hieven. Eine halbe Million Euro kostet dieses Transportverfahren zusätzlich. Geht aber leider nicht anders: Denn der hellgrau gepflasterte Vorplatz des Verkehrszentrums an der Theresienhöhe ist zwar schön anzusehen, aber leider nicht stabil genug, um schwere Baufahrzeuge zu tragen.

Ein BMW 321, Baujahr 1939, steht am Tag des offenen Denkmals vor dem Verkehrszentrum des Deutschen Museums in München.

(Foto: Foto: Heddergott)

Maximal 7,5Tonnen hält der erst vor wenigen Jahren verlegte Plattensee aus - zum Beliefern einer Baustelle ist das geradezu ein Witz. Und so müssen die Einzelteile für den neue Eingangsbereich von der Hallenrückseite aus, über Heimeranstraße und Petra-Moll-Weg, angeliefert werden.

Dafür aber erhält die Zweigstelle des Deutschen Museums nun endlich den repräsentativen Zugang, der eigentlich von Anfang an vorgesehen war. Am Donnerstag beginnt mit dem Aufstellen des Krans der Wiederaufbau der historischen Hallenanbauten, die im Sommer 2005 überraschend und zum Entsetzen der Museumsverantwortlichen wegen akuter Baufälligkeit abgerissen werden mussten.

Bisher wird die Hintertür genutzt

Da das Geld für die Wiederherstellung fehlte, betreten die Besucher das Verkehrsmuseum derzeit durch die "Hintertür" - Halle III, in der sich Kasse und Garderobe befinden, ist eigentlich der Schlusspunkt der vor einigen Jahren völlig neu konzipierten Mobilitätsschau. Nach Fertigstellung des neuen Eingangsportals, das an der repräsentativen Ostfassade von Halle I Platz findet, starten die Besucher ihren Rundgang im Bereich Stadtverkehr.

Sechs Millionen Euro kosten die Arbeiten, die im Mai 2011 abgeschlossen sein sollen. Der Geldsegen ist ein Produkt der Wirtschaftskrise - er stammt aus dem Konjunkturprogramm II. "Ich hoffe, das Museum wird dadurch sichtbarer", meint Sylvia Hladky, die Leiterin des Verkehrszentrums.

Denn die umfangreiche Sammlung von Autos, Zügen und Fahrrädern, die zu den attraktivsten Verkehrsmuseen Europas gehört, könnte durchaus noch zusätzliche Besucher verkraften. Rund 100000 sind es Hladky zufolge pro Jahr, "das Potential liegt aber locker bei 150000 bis 200000". Zum Vergleich: Das Haupthaus des Deutschen Museums auf der Isarinsel lockt pro Jahr gut eine Million Besucher an.

"Wir sind noch nicht allzu bekannt", seufzt Hladky, "selbst viele Münchner kennen uns nicht." Immerhin taucht das 2003 und 2006 in zwei Etappen eröffnete Verkehrszentrum in immer mehr Reiseführern auf. "Man braucht einen langen Atem." Da nur wenig Geld für Werbung zur Verfügung steht, soll zumindest in der Haupthalle auf der Museumsinsel deutlicher auf die Zweigstelle hingewiesen werden.