Deutsches Museum:Nachts im Museum

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Deutsches Museum: Das Turmzimmer musste der Niederländer Gerard Peters leider aufgeben.

Das Turmzimmer musste der Niederländer Gerard Peters leider aufgeben.

(Foto: Robert Haas)

Gastwissenschaftler Gerard Alberts schlief im Uhrenturm auf der Isarinsel

Mit seinem Hut sieht Gerard Alberts ein bisschen aus wie Indiana Jones. Für Tempel, Schätze und Abenteuer interessiert sich Alberts allerdings eher nicht. Er erforscht alte Computer, die Geschichte der Informatik sozusagen - eigentlich in Amsterdam, aber das vergangene halbe Jahr lebte Alberts im Deutschen Museum in München und betrieb hier seine Forschungen. Das ist nichts Außergewöhnliches: In dem Museum gibt es acht Appartements für Wissenschaftler, die manchmal ein Jahr, manchmal nur ein paar Monate dort bleiben. Außerdem befinden sich auf der Museumsinsel noch drei Dienstwohnungen für Hausmeister und andere Mitarbeiter.

Die ersten Monate wohnte Alberts im Uhrenturm, also dem Gebäudeteil, an dem die große blaue astronomische Uhr mit den goldenen Sternzeichen hängt. "Alle Viertstunde läutet sie, dann vibriert das ganze Haus", sagt Alberts. Immerhin wusste er dann immer, wie spät es gerade ist. Und noch einen Vorteil hatte die Lage. Von seinem Fenster aus konnte Alberts auf den Hof gucken und die Menschen beobachten. Er sah, wie Eltern ihre Kinder ins Museum führten, hörte, wie sie sagten: "Als ich beim letzten Mal hier war . . ." Alberts zog daraus einen Schluss: "Das Deutsche Museum muss für die Menschen hier eine ganz besondere Bedeutung haben. In Holland gibt es so etwas gar nicht." Weil die Wohnung im Uhrenturm dann aber renoviert werden musste, zog er nach ein paar Monaten in ein anderes Appartement in der Nähe der Bibliothek des Museums. Es sieht aus wie eine Mischung aus Studentenwohnheim und Hotelzimmer. Doch Alberts ist zufrieden. Seine Zeit in München habe er genossen, sagt er. Besonders, weil es anderswo nicht gerade viele Historiker gibt, die sich wie er mit Informatik beschäftigen - im Deutschen Museum allerdings schon. Auf dem Gang, wo Alberts Büro ist, forscht eine ganze Reihe von Wissenschaftlern, die sich mit alten Rechenmaschinen und Computern auskennen. Diesen Austausch wird Alberts vermissen.

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