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Designer aus München:Wer die schönsten Dirndl entwirft

Die Macht der Tracht: Rahmée Wetterich kreiert in Schwabing Dirndl à l'Africaine, Ophelia Blaimer setzt auf Hochzeitsdirndl und Manuel Luciano verkauft Luxus-Tracht: Wo die schönsten Münchner Dirndl herkommen - und wer sie entwirft.

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Quelle: Claus Schunk

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Ein Model, blonde wellige Haare, ein knielanges, cremefarbenes Kleid. Hinter ihr türmen sich die Hochhäuser von New York auf, das grelle Licht der Reklametafeln spiegelt sich auf dem edlen Stoff. Und erst dann, beim genaueren Hinsehen, entdeckt man das gebundene Mieder, die Schürze aus Tüll. Die junge Frau in den New Yorker Straßen trägt ein Dirndl. Ganz bayerisch und doch irgendwie ganz anders. Ein bisschen so, wie die Designerin Ophelia Blaimer selbst ist.

Sie hat es gerne prunkvoll, gerne pompös. Ihr Atelier: ein Altbau in Harlaching. Auf der glänzend verputzten Decke spiegeln sich die teils antiken Möbel, es wirkt ein wenig, als wäre die Welt auf den Kopf gestellt. Sie sitzt auf einem Fauteuil, ein kurzes weißes Kleid an, die blonden Haare locker über die Schulter gelegt, und zeigt auf Magazine, die schon über sie berichteten, und Hochzeitszeitschriften, bei denen ihre Kleider eine wichtige Rolle spielten. Denn die 31-Jährige fertigt ihre Unikate auch oft in Weiß und mit ein wenig mehr Tüll - für den schönsten Tag im Leben einer Frau, wie es in der Werbung für Brautmoden gerne heißt. Das ganze Jahr über werden Hochzeitsdirndl bei ihr bestellt.

Dabei ist es noch gar nicht lange her, dass Blaimer ihr erstes Dirndl nähte, um genau zu sein, erst vier Jahre. "Als Münchner Kindl bin ich zwar mit dem Dirndl aufgewachsen, aber mir war das traditionelle oft zu bieder." Darum näht sie sich ihr eigenes, ganz nach ihrem Stil. Es gefällt den Leuten, und schnell kommen die ersten Anfragen. Erst tragen Freunde und Bekannte ihre Kreationen, bald darauf Models auf einem Laufsteg im Hotel Vier Jahreszeiten. "Im Sommer darauf kam meine erste Dirndl-Kollektion raus."

Schon früh war ihr klar, dass sie etwas mit Mode machen wollte. Aufgewachsen ist sie in München, in London macht sie ihr Abitur. Eigentlich will sie dort bleiben, an der St.-Martin-Modeschule studieren. Aber anstatt ein Jahr auf den Platz zu warten, geht sie dann doch wieder nach München, schaut sich da in einer Modeschule um. "Das war ein Samstag", erinnert sie sich, "am selben Tag noch habe ich mir eine Nähmaschine gekauft." Am Montag darauf beginnt ihr Studium. Nach drei Jahren steht sie mit einem Abschluss, aber ansonsten leeren Händen da. Sie jobbt bei Pro7 als Stylistin. Um Geld zu verdienen. "Aber dafür habe ich nicht studiert, dachte ich mir." Heute ist sie froh über diese Erfahrung, hat sie doch gelernt, wie PR funktioniert, worum es in den Medien geht.

Auch danach schlägt es sie erst in eine andere Richtung als die der Modedesignerin: Sie geht nach New York, arbeitet in einer Antiquitäten-Boutique. Wie sehr sie diese Zeit geprägt hat, sieht man heute noch an ihren Dirndln: schwere Ketten aus Nickel, behangen mit kleinen und großen Kostbarkeiten von New Yorker Flohmärkten und Trödelläden, zieren Hals und Hüften ihrer Modelle. Noch heute fliegt sie regelmäßig nach Übersee, um nach Einzelteilen für ihren Vintageschmuck zu suchen.

Auf die hohe Qualität achtet sie dabei genauso wie bei ihren Stoffen. Die kommen aus Frankreich, echte Brokatstoffe, handgefertigt auf alten Webstühlen. Jedes Dirndl ist maßgeschneidert, ein Unikat. "Ich arbeite zwar immer mit den gleichen Stoffen und ähnlichen Farben, aber jedes Jahr mit verschiedenen Mustern." Ihren Stoffen, ihrem Stil bleibt sie treu. Individuell werden die Dirndl durch die breite Auswahl an Bändern, Rüschen, Schürzen oder Blumenapplikationen. Die Chance, dass zwei Kundinnen das gleiche Kleid tragen, liegt fast bei Null, sagt sie. Diese vielen Gestaltungsmöglichkeiten machen auch ihre Brautdirndl so begehrt: ohne Überwurf, stattdessen mit farbigen Bändern und Blumen, wird aus dem Kleid für einen Tag ein schickes Dirndl für besondere Anlässe. Das hat auch seinen Preis: zwischen 1700 und 2450 Euro kostet ein "einfaches" Dirndl. Es ist eben Mode für etwas Betuchtere.

Dafür macht sie aber auch alles selbst: die PR, die Kundenbetreuung, den Schnitt. Nur das Nähen überlässt sie einer Schneiderin. Wenn sie verreist, nutzt sie die Gelegenheit, nach neuem Schmuck oder neuen Stoffen zu suchen. So verbindet sie die Arbeit mit der Freizeit, für sie ist beides sowieso Leidenschaft. Nur einmal im Jahr, sagt sie, brauche sie richtigen Urlaub, mit viel Sport. Nach dem Oktoberfest.

Aufgebretzelt Ð Lisa Brettel (Designerin und Inhaberin) in ihrem Dirndl 'Wild' aus Wildseide und Kaninchen (Schürze)

Quelle: Florian Peljak

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"Fantasia", "Vogelwild", "Cirque du Soleil" - die Kollektionen des Labels "aufgebretzelt" tragen Namen, die an alles andere denken lassen als an Dirndl. Es sind aber auch nicht die ganz normalen Dirndl: Zwar sind sie oft aus Baumwolle, der Schnitt ist klassisch, "70er Rocklänge", fügt Designerin Lisa Brettel hinzu, aber die Stoffe lassen aufschauen. Das Dirndl "Käfer" zum Beispiel aus ihrer ersten Kollektion ist über und über mit Marienkäfern bedruckt, das aktuelle Model "Schneewittchen" aus blauem Stoff mit edlem Druck und vorne mit Herzchenschürze.

Dirndl - das ist für Lisa Brettel, 28, schon lange etwas Besonderes. Ihre Eltern, Zugezogene aus Würzburg, hatten es lange nicht so mit der Tracht, aber als Brettel zehn oder elf Jahre an war, durfte sie zum ersten Mal Dirndl tragen. Und seither trägt sie die immer und immer wieder. "Früher wurde ich von meinen Freunden noch ganz blöd angeschaut, weil ich auf dem Oktoberfest ein Dirndl anhatte." Früher, sagt sie, da war das noch nicht so populär, da war sie damit noch ein wenig der Außenseiter. Doch die Designerin fängt schon während des Studiums, das sie 2005 an der Esmod abschließt, mit den eigenen Kreationen an: Schürze, Rock und Mieder schneidert sie für sich und ihre Schwester. "Auf der Wiesn wurden wir am Tag sicher von 30 Leuten angesprochen, wo wir die Dirndl herhaben." Nach drei Jahren in Berlin, etlichen weiteren Kreationen und dem guten Rat von Freunden entstand im Jahr 2009 dann ihr Trachtenlabel "aufgebretzelt".

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Quelle: SZ

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Muscheln, lila Wildleder oder exotische Vögel zieren die kurzen Bauwollkleider, ein wenig erinnern sie an farbenprächtige Gemälde. Doch was bei Noh Nee in einem gläsernen Pavillon in einem Schwabinger Hinterhof entsteht, hat in Bayern Tradition. Zumindest der Schnitt. Rahmée Wetterich stammt aus Kamerun, seit mehr als 30 Jahren lebt sie im Freistaat. Wenn die 47-Jährige anfängt zu erzählen, wie gut ihre beiden Heimatländer zusammenpassen, ist es schwer, sie zu bremsen. Dann geht es um die Warmherzigkeit, das Bier und natürlich um Mode. "Ich habe immer etwas gesucht, das mich verkörpert", sagt sie.

Nun entwirft sie mit ihrer Schwester Marie Darouiche Dirndl à l'Africaine, also bayerischer Schnitt, afrikanische Stoffe. Die Idee dazu entstand eher zufällig. Eine Bekannte trug ein Kleid auf dem Straßenfest einer Fraueninitiative, es kam so gut an, dass die Schwestern sofort weitere Aufträge erhielten. Inzwischen sind die nicht ganz billigen und ziemlich exotischen Einzelstücke so begehrt, dass man bei Noh Nee kaum nachkommt mit der Arbeit. Die Oide Wiesn ließ ihre Bedienungen 2011 mit afrikanischen Schürzen ausstatten, bei Lodenfrey sind die Kleider ausverkauft, und auch in Hamburg und Kapstadt werden die Dirndl nun vertrieben. Vielleicht, weil Wetterichs Dirndl eben nicht nur Dirndl sind. "Ich will keinen Designerhype zur Wiesn machen", sagt Wetterich, "sondern vor allem schöne Kleider, die man auch mit Boots kombinieren kann." Schöne Kleider, die das ganze Jahr passen.

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Quelle: Stephan Rumpf

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Mit dem Namen Manuel Luciano assoziiert man italienische Mode im Luxussegment, nicht aber bayerische Dirndl. Dennoch aber gibt es die Italien-Bayern-Verbindung: Luciano, Sohn eines Italieners, ist auch Sohn einer Nürnbergerin und hat anlässlich der Eröffnung seines Showrooms in München ein Dirndl als Hommage an die Stadt kreieren lassen - wie er es in Zukunft jedes Jahr machen will. Es sollte nicht irgendein Dirndl werden, sondern das teuerste, aus 15 Metern Seidenstoff und mit 3500 Swarovski-Kristallen verziert. Zwischen 12.900 und 14.500 Euro kostet das Kleid.

Luciano, 34, hat keine klassische Modeausbildung, aber einen unternehmerischen Geist, inspiriert, wie er sagt, von seiner Mutter, die in Nürnberg ein Modegeschäft betreibt. Designen, dachte er sich, kann nicht so schwer sein - und ließ vor einigen Jahren eine Wiesn-Herztasche mit dem Schriftzug "Traumfrau" fertigen. Daraufhin gab er Lederwaren zur Produktion in Italien in Auftrag, ließ Jeans stonewashen und stellte auf Messen aus. "Ich war eine One-Man-Show", erzählt Luciano. Als er vor der Entscheidung stand, so weiterzumachen oder eine Marke zu werden, dann aber auch ein perfektes Design vorweisen zu müssen, holte er die Modemacherin (und inzwischen Lebensgefährtin) Julia Victoria Wendt in die Firma. Wendt hatte einige Jahre lang für Escada entworfen. Mittlerweile haben die beiden etwa 19 Mitarbeiter, elf davon in München - der Stadt übrigens, in der sie in Zukunft leben wollen, trotz weiterem Showroom in Paris.

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Quelle: Stephan Rumpf

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"Fräuleins" nennt Julia Trentini die Frauen in ihrem Katalog mit der aktuellen Kollektion. Fräuleins - weil nostalgisch, weil süß, weil kess. Die Dirndl sind extra für die Wiesn gemacht, aus robustem Taftstoff, der auch mal was aushält, den man gut wieder waschen kann. Neben diesen Dirndln entwirft sie auch noch unter dem Namen "Trentini Couture" Trachtenkleider aus reiner Seide - "bei denen sollte man schon vorsichtiger sein", sagt sie und lacht. Seit 2006 hat die 30-jährige Münchnerin ihr eigenes Label. Dabei war die Selbständigkeit von ihr eigentlich nie beabsichtigt.

Doch es fängt nach dem Studium an der Esmod mit einem selbstgenähten Dirndl an und endet dann doch mit einem eigenen Label: "Ich bin da so reingerutscht." Dafür läuft es aber: Inzwischen hat sie vier Angestellte, und einige mehr arbeiten freiberuflich für sie. Sie mag es, ihr eigener Herr zu sein. Dafür brauche es aber auch Glück und vor allem gute Beratung.

Für sie ist Heimat ein wichtiger Bestandteil ihres Lebens. Die Tracht ist für sie Teil davon. Schon als Kind bekommt sie von ihren Eltern maßgeschneiderte Dirndl aus Österreich. Ihre eignen Kreationen haben es inzwischen über die Grenzen der Heimat hinausgeschafft. Sogar bis nach Amerika: Vor drei Jahren brachte eine RTL-Redakteurin der Schauspielerin Sarah Jessica Parker ein Trentini-Dirndl mit. Die freute sich sehr und meinte, sie habe schon in ihrer Kindheit Dirndl getragen. Ja, sagt Trentini, auf diese Geschichte sei sie schon sehr stolz.

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Quelle: SZ

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Als Rudolph Moshammer noch lebte, überreichte er dem jungen Esmod-Modeschüler eine Auszeichnung. Tian van Tastique, wie sich der Jungdesigner heute nennt, hatte damals ein Model mit seinem Entwurf zum Thema "Ethno" auf den Laufsteg geschickt. Vor einem Jahr hat sich Tian van Tastique dann auf die eigenen Wurzeln besonnen und schlug eine folkloristische Richtung ein: "DivinIdylle" nannte der gebürtige Bayer seine erste Dirndl-Couture-Kollektion.

Drei Jahre lang erst ist der 33-Jährige selbständig mit eigenem Showroom in Sendling. Sein Schwerpunkt an der Esmod-Modeschule in München war Design. "Ich musste also noch einige Sachen lernen, bevor ich Mode auch selbst anfertigen konnte." Praktika und eine Stelle als Designassistent bei "Authentic Style" in Würzburg hatten ihn nach der Modeausbildung auf die Idee gebracht, eigene Damenlinien zu kreieren, darunter "La TrashChic" und "Wearable Trash". Der Schritt von dort zur Dirndl-Kollektion sei nicht mehr allzu groß gewesen, denn schon immer habe er auch mal Buntes entworfen.

In dieser Saison hat sich Van Tastique bei seiner Tracht auf Mieder und Röcke konzentriert. Die Mieder seien von ihm handgefertigt, jede Perle selbst aufgelegt. Manche Mieder könne man wenden und sogar zur Jeans tragen. Auch bei den Dirndln legt Tian van Tastique Wert darauf, dass sie vielseitig einsetzbar sind: V- oder Rundhalsausschnitte, die eine Bluse überflüssig werden lassen, machen die Kleider abendtauglich, jenseits von der Wiesn.

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Quelle: Stephan Rumpf

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Warum? Das ist einfach zu erklären: Wenn eine Wiesnwirtin 16 Tage lang Dirndl-Tracht tragen möchte - und zwar nur solche, die ihr gefällt - dann kann es sein, dass sie aus einer Not eine Tugend macht und Dirndl selbst entwirft. Nika Schottenhamel, 36, die Jura studiert und eine Banklehre gemacht hat, kam genauso unerwartet zum Trachten-Design wie zur Gastronomie. Denn als sie vor einigen Jahren Christian Schottenhamel geheiratet hatte, Wirt des ältesten Wiesnzelts, war auch Nika Schottenhamel gewissermaßen über Nacht dem Oktoberfest verpflichtet. Sie entdeckte ihre Liebe zur Tracht und begann kurzerhand, Dirndl zu designen, die Tradition und jungen Stil vereinen sollten. Und sie dachte praktisch: Ihre Wendeschürzen zum Beispiel machen aus einem Dirndl schnell zwei.

Seit acht Jahren schon verkauft Loden-Frey ihre Dirndlkollektion, aber erst in diesem August hat Nika Schottenhammel vorübergehend eine Boutique am Max-Weber-Platz eröffnet. Im selben Ladenkomplex befinden sich die Büros ihres Catering-Services SchoCo, den die 36-Jährige nach ihrer Scheidung von Christian Schottenhamel weiterführte. Bis zum letzten Wiesnsamstag kann man in der Boutique ihre neue Kollektion probieren, deren Dirndl so klangvolle Namen wie "Jägerin" und "Bockerl" tragen, und bei der sie auch diesmal an den Nachwuchs gedacht hat: für Mutter und Tochter lässt sie in Österreich identische Dirndl anfertigen. Angeboten werden auch Schuhe und Schmuck, ebenfalls selbst entworfen.

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Quelle: SZ

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Genervt von den Touristen, die gerne mal die Dirndl-Puppen vor ihrem hübsch dekorierten Laden umarmen, um sich mit der Puppe und auch dem "No Photos"-Schild fotografieren zu lassen. Aber beherzt, wenn es um ihre neue Dirndl-Kollektion geht, die inspiriert ist von ungarischer Folklore, und von der Natascha Späth gerade druckfrisch die neue Modebroschüre in der Hand hält. Anouk et Emile heißen das Modelabel und auch der Laden der Designerin, die vor sechs Jahren noch mit selbst entworfenen Wiesn-T-Shirts von Geschäft zu Geschäft lief, um sie zu verkaufen. Inzwischen exportiert Natascha Späth auch nach Österreich, das hippe Modeversandhaus Conleys hat Anouk et Emile ins Sortiment aufgenommen - die 36-Jährige ist froh, dass sich die Dinge so entwickelt haben. Sie hat keine Modeschule besucht, aber den Kunst-Leistungskurs in der Schule, der es ihr heute leichtfallen lässt, Entwürfe zu zeichnen. Sie stöbert dann in Istanbul auf Basaren nach Stoffen und Bordüren und lässt die Dirndl in der Türkei produzieren.

Auch Dirndl für Mädchen, an die sich Späth damals zuerst gewagt hatte. Die Kindertracht in den Läden war "dunkel, schwer und spießig", erinnert sie sich. Der Münchner Designerin ist genau das Gegenteil gelungen: bayerische Kleidchen, mit bunten Vichy-Karos und verspielten Applikationen und Stickereien wie Bambis oder Kätzchen. Dazu gibt es bunte Tüchlein, Haarspangen und kleine, verzierte Taschen. Alles also für den wählerischen Nachwuchs.

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Quelle: Stephan Rumpf

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Dirndl hängen, verpackt im knisternden Zellophan der Reinigung, meist elfeinhalb Monate im Schrank. Die Münchner Designerin Lola Paltinger, 40, fand das schade und kreierte für ihre neue Kollektion auch Mieder und neutrale Röcke, die zusammen mit Bluse und Schürze eine ebenso schöne Tracht ergeben wie ein Dirndl - aber im Winter zum Teil mit anderen Kleidungsstücken kombiniert werden können. Paltingers Trachten sind aufwendig - mit besticktem Organza, handbemaltem Tüll, Samt und Paillettenstickereien. In der aktuellen Kollektion setzt sie auch mehr Spitze und viel Patch ein.

Paltinger überraschte schon 1997 mit ihrer Trachten-Abschlussarbeit "Lollipop & Alpenrock" an der Esmod-Modeschule - für die sie eine internationale Jury ehrte. Bevor sie sich aber mit dem Label selbständig machte, sah sie unter anderen Vivienne Westwood drei Monate lang über die Schulter. "Es war zwar nur ein Praktikum, aber ich habe viel gelernt dort und auch die Schauen mitgemacht. Wie man sich das so vorstellt, mit durchwachten Nächten", erinnert sie sich. Es verstrichen insgesamt zwei Jahre, bis Paltinger - übrigens eine gebürtige Mannheimerin - ihren ersten Laden in der Klenzestraße eröffnete. An ihrer Seite: ihre Mutter Brigitte, eine gelernte Couture-Schneiderin.

In Paltingers Showroom und Maßatelier, das mittlerweile im Tal ist, zählen längst Prominente wie Nina Ruge und Sarah Kern zu ihren Kunden - Menschen, die kein Dirndl von der Stange wollen, sondern eines mit Liebe zum Detail.

© SZ vom 12.9.2012/afis

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