Warum? Das ist einfach zu erklären: Wenn eine Wiesnwirtin 16 Tage lang Dirndl-Tracht tragen möchte - und zwar nur solche, die ihr gefällt - dann kann es sein, dass sie aus einer Not eine Tugend macht und Dirndl selbst entwirft. Nika Schottenhamel, 36, die Jura studiert und eine Banklehre gemacht hat, kam genauso unerwartet zum Trachten-Design wie zur Gastronomie. Denn als sie vor einigen Jahren Christian Schottenhamel geheiratet hatte, Wirt des ältesten Wiesnzelts, war auch Nika Schottenhamel gewissermaßen über Nacht dem Oktoberfest verpflichtet. Sie entdeckte ihre Liebe zur Tracht und begann kurzerhand, Dirndl zu designen, die Tradition und jungen Stil vereinen sollten. Und sie dachte praktisch: Ihre Wendeschürzen zum Beispiel machen aus einem Dirndl schnell zwei.

Seit acht Jahren schon verkauft Loden-Frey ihre Dirndlkollektion, aber erst in diesem August hat Nika Schottenhammel vorübergehend eine Boutique am Max-Weber-Platz eröffnet. Im selben Ladenkomplex befinden sich die Büros ihres Catering-Services SchoCo, den die 36-Jährige nach ihrer Scheidung von Christian Schottenhamel weiterführte. Bis zum letzten Wiesnsamstag kann man in der Boutique ihre neue Kollektion probieren, deren Dirndl so klangvolle Namen wie "Jägerin" und "Bockerl" tragen, und bei der sie auch diesmal an den Nachwuchs gedacht hat: für Mutter und Tochter lässt sie in Österreich identische Dirndl anfertigen. Angeboten werden auch Schuhe und Schmuck, ebenfalls selbst entworfen.

Bild: Stephan Rumpf 12. September 2012, 14:412012-09-12 14:41:54 © SZ vom 12.9.2012/afis