"Fantasia", "Vogelwild", "Cirque du Soleil" - die Kollektionen des Labels "aufgebretzelt" tragen Namen, die an alles andere denken lassen als an Dirndl. Es sind aber auch nicht die ganz normalen Dirndl: Zwar sind sie oft aus Baumwolle, der Schnitt ist klassisch, "70er Rocklänge", fügt Designerin Lisa Brettel hinzu, aber die Stoffe lassen aufschauen. Das Dirndl "Käfer" zum Beispiel aus ihrer ersten Kollektion ist über und über mit Marienkäfern bedruckt, das aktuelle Model "Schneewittchen" aus blauem Stoff mit edlem Druck und vorne mit Herzchenschürze.

Dirndl - das ist für Lisa Brettel, 28, schon lange etwas Besonderes. Ihre Eltern, Zugezogene aus Würzburg, hatten es lange nicht so mit der Tracht, aber als Brettel zehn oder elf Jahre an war, durfte sie zum ersten Mal Dirndl tragen. Und seither trägt sie die immer und immer wieder. "Früher wurde ich von meinen Freunden noch ganz blöd angeschaut, weil ich auf dem Oktoberfest ein Dirndl anhatte." Früher, sagt sie, da war das noch nicht so populär, da war sie damit noch ein wenig der Außenseiter. Doch die Designerin fängt schon während des Studiums, das sie 2005 an der Esmod abschließt, mit den eigenen Kreationen an: Schürze, Rock und Mieder schneidert sie für sich und ihre Schwester. "Auf der Wiesn wurden wir am Tag sicher von 30 Leuten angesprochen, wo wir die Dirndl herhaben." Nach drei Jahren in Berlin, etlichen weiteren Kreationen und dem guten Rat von Freunden entstand im Jahr 2009 dann ihr Trachtenlabel "aufgebretzelt".

Bild: Florian Peljak 12. September 2012, 14:412012-09-12 14:41:54 © SZ vom 12.9.2012/afis