Heute bezahlen die Menschen mit ihren Uhren oder Smartphones, mit Bankkarten oder per Online-Zahlungsdienst. Hin und wieder zücken sie noch ihre Portemonnaies und kramen Münzen oder Scheine hervor, das Bargeld ist aber allgemein im Rückzug. Ein Mann wie Czesław Bojarski hätte es da vermutlich schwerer, einfach weil ihm seine Geschäftsgrundlage entzogen werden würde: Der gebürtige Pole stellte Geld her, man nannte ihn auch den „Cézanne der Geldfälscher“.
Bojarskis Blüten waren so perfekt, dass selbst die Experten der Banque de France sie nicht von echten Geldscheinen unterscheiden konnten. Im Frankreich der Nachkriegszeit produzierte er also Falschgeld, er baute alle Maschinen selbst, gravierte die Druckplatten und ging auf die Suche nach dem perfekten Papier. Die Polizei fahndete 13 Jahre lang nach einer kriminellen Organisation und übersah den unscheinbaren Mann, der in seiner Werkstatt in einer Vorstadt von Paris alles allein machte.
Der französische Regisseur Jean-Paul Salomé scheint ein Faible für Kleinkriminelle und gewiefte Ganoven zu haben („Arsène Lupin“, „Eine Frau mit berauschenden Talenten“), in seinem neuen Film erzählt er die auf wahren Begebenheiten basierende Geschichte eines Geldfälschers. Dafür sprach er unter anderem mit einem Schweizer Journalisten oder Anne Bojarski, der Tochter des Fälschers. Für die Hauptrolle in „L’affaire Bojarski“, so der Originaltitel des Films, konnte er den Schauspielstar Reda Kadeb gewinnen, weitere Rollen haben Sara Giraudeau oder Pierre Lottin übernommen. In Frankreich wollten mehr als eine Million Menschen diese historische True-Crime-Story auf der großen Leinwand sehen, jetzt startet sie auch in einigen wenigen Kinos in Deutschland.
Der perfekte Schein – Der Fall Bojarski, F 2025, Regie: Jean-Paul Salomé, Kinostart am 30. Juli, in München im Theatiner, Theatinerstraße 32

