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Konzert in der Olympiahalle:Depeche Mode kehren nach München zurück - zum letzten Mal?

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Vor dem Auftritt in München diskutieren die Fans im Internet über das Ende der britischen Synthie-Pop-Helden - wieder einmal.

Von Michael Zirnstein

Was gibt es Neues bei Depeche Mode? Nichts wirklich Spannendes? Das wäre immerhin eine gute Nachricht. Wenn man bedenkt, dass nach der Hiobsbotschaft vom Tode Andrew Fletchers, 42 Jahre lang Keyboarder der Band, im Mai 2022 viele düstere Gerüchte kursierten: Das war's dann wohl mit den Helden des Dark-Romantic-Pop. Die beiden erschüttert zurückgebliebenen Musiker Dave Gahan und Martin Gore versicherten sich und den Fans, weitermachen zu wollen, denn "Andy hätte es so gewollt". Und tatsächlich nahmen sie bald die Arbeit wieder auf: Ihr neues Album "Memento Mori" wurde ein großes und ein sehr erfolgreiches, ihre zwölfte Nummer eins zum Beispiel in den deutschen Charts, was sie hierzulande in dieser Zählweise erfolgreicher erscheinen lässt als die Beatles.

Auch die zugehörige Tournee wurde ein Mammut-Werk. Den Stadionkonzerten, etwa im Juni 2023 im Münchner Olympiastadion, hängte die britische Band 2024 sogar noch eine Ehrenrunde durch die kleineren Clubs, also die Arenas mit zehn- bis zwanzigtausend plus Zuschauern an. So auch in Deutschland, wie nun eben in der Münchner Olympiahalle: alles in Windeseile ausverkauft (für das Konzert in München gibt es noch ein paar Karten auf dem Wiederverkaufs-Markt ab 200 Euro aufwärts).

Insgesamt wurden zwei Millionen Tickets verkauft, die 110-tägige Konzertreise würde, so teilte der Veranstalter Live Nation mit, "eine der größten DM-Tourneen aller Zeiten" werden. So ist das heutzutage im Superstar-Geschäft. Aber was heißt das schon für die Musiker, die ja außer einem Unternehmen auch immer noch Menschen sind, empfindsame Künstler sogar.

Die Kritiken, falls sie Gore und Gahan gelesen haben, dürften sie beflügelt haben: "Einfach nur gute Musik, ein Fest für die wogende Masse" und "verzaubernde Konzerterlebnisse, einfach reine Freude" nahm der SZ-Kritiker wahr, eine "unfassbare Wirkmacht" erfasste Die Welt, der Guardian staunte über Dave Gahan als "mit dem Mikroständer drehendes, Gliedmaßen biegendes, theatralisches Wunderwerk". Viele Fans blieben dennoch skeptisch, viele Düsterseher des "Schwarzen Schwarms" befürchten immer noch das Schlimmste.

Gerade weil Dave Gahan so gut drauf war und so freundlich zu Besuchern, ließ das Fans unter Konzertberichten auf der Homepage depechemode.de das nahe Ende herbeispekulieren. Auch dass Gahan in einem Interview gesagt habe, seine Tochter Stella Rose sei wütend auf ihn, weil er als Vater nie da sei, ließ einige vermuten, dass er und Martin Gore Depeche Mode nach der Tour, nach 44 Jahren, beerdigen und fortan nur noch gelegentlich mit ihren Solo-Projekten touren würden. Ach was, beruhigte ein anderer Fan, "seit 15 Jahren wird doch über das Ende spekuliert".

Fan-Liebe geht bei Depeche-Mode immer sehr weit

Aktuell ist das Verhalten der Fans bei einigen Konzerten jedenfalls bemerkenswert: Im polnischen Lodz zum Beispiel formten gerade Tausende zum Song "Behind The Wheel" auf der Tribüne ein bekanntes Zeichen: zwei Hände, die ein Fernrohr bilden. Es ist das Artwork zum Song "World In My Eyes", einem der Lieblingsstücke von Andy Fletcher, den sie damit ehren wollten.

Fan-Liebe geht bei Depeche-Mode immer sehr weit: So soll ein Anhänger den Sänger in Berlin mit einem Schild aufgefordert haben: "Spit on me", also "Spuck mich an". Den seltsamen Wunsch erfüllte Gahan ihm nicht. Sonst umschmeichelte er die Publika in verschiedenen Städten allerdings durchaus: Berlin sei besser als Hamburg, Manchester sei besser als London, Glasgow aber besser als Manchester, und Dublin besser als England, und Hamburg besser als Berlin, was wohl in der Gesamtsumme nur Mathematikern unlogisch erscheint. Es ist immerhin jedes Mal für eine Schlagzeile gut, solange sonst nichts passiert.

Depeche Mode, "Memento Mori Tour", Donnerstag, 7. März, 20 Uhr, München, Olympiahalle, Vorprogramm: Suzie Stapleton

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