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Denning:Ärger im Grünen

Die Stadt will, dass die Wagenburg "Hin und Weg" dem neuen Pühnpark weicht, aber nun regt sich Protest.

Im Westen liegt der Denninger Anger, im Osten der Zamilapark. Die Wiesen und Äcker und Wäldchen dazwischen sind zwar genauso grün, aber ein offizieller Park sind sie nicht. Die Stadt will das ändern, aus den Trampelpfaden Fuß- und Radwege machen, Spiel- und Liegewiesen ausweisen, ein Vegetationskonzept umsetzen. Aus dem offenen Land zwischen der Eggenfeldener Straße im Süden und der Denninger Straße im Norden, der Weltenburger Straße im Westen und der Friedrich-Eckart-Straße im Osten soll über die Jahre eine offizielle städtische Grünfläche werden, der Pühnpark. Und genau da beginnt der Ärger.

Wagenburg

Ein Idyll soll verschwinden.

(Foto: Lasse Ihlow/oh)

Zum einen sind die Grundstückseigentümer verschnupft. Sie erfuhren von den Park-Plänen im Herbst aus den Medien, weil die Verwaltung sie nicht vorab informiert hatte. Der Stadt gehören aber nur 30 Prozent der Flächen, der größte Teil der 24 Hektar ist in Privatbesitz. Erst Ende April schickte die Abteilung Gartenbau des Baureferats den Eigentümern einen zweiseitigen Infobrief samt Planunterlagen.

Schlecht informiert fühlen sie auch die heutigen Nutzer der Grünflächen, die durch das Park-Projekt ihre Heimat verlieren. Betroffen sind der Naturkindergarten Nakibo und das alternative Wohnprojekt "Hin und Weg". Ihre Bauwagen stehen im Westteil des künftigen Pühnparks, wo das Kommunalreferat jetzt mit der Altlastenuntersuchung beginnen will.

Wagenburg

Die Wagenburg muss am 31. August endgültig weichen, wenn es nach dem Kommunalreferat geht.

(Foto: Lasse Ihlow/oh)

Der Kindergarten immerhin darf an seinen alten Standort zurückkehren, wenn die Arbeiten abgeschlossen sind. Das erfuhren die Verantwortlichen nach langem Hin und Her. Die Wagenburg aber muss am 31. August endgültig weichen, wenn es nach dem Kommunalreferat geht. Während Nakibo den Park nur tagsüber nutze und dazu noch eine städtische Aufgabe in der Kinderbetreuung übernehme, gehe es bei "Hin und Weg" um eine private Nutzung, das Wohnen, sagt Sprecher Bernd Plank. Eine Rückkehr der Wagenburg wäre daher ein Präzedenzfall. Die Leute von "Hin und Weg" dagegen verweisen auf Gespräche, bei denen man ihnen ein Rückkehrrecht zugesichert habe. Die Fläche des alten Kieswerks, auf der ihre Bauwagen stehen, ist in den Vorentwürfen des Baureferats als "Fläche für temporäre Nutzung" ausgewiesen. Der Bezirksausschuss Bogenhausen hat sich einstimmig hinter die Rückkehrwünsche von Kindergarten und Wohnprojekt gestellt und die Informationsdefizite der Stadt gegenüber den Grundstückseigentümern scharf kritisiert. Am Mittwoch 25. Juli, wird die Abteilung Gartenbau des Baureferats die Planungen zum Pühnpark vorstellen und Fragen beantworten.

Wagenburg

Die Bewohner der Wagenburg sehen einer ungewissen Zukunft entgegen.

(Foto: Lasse Ihlow/oh)

Der Infoabend am Mittwoch, 25. Juli, findet im Ökologischen Bildungszentrum (ÖBZ) an der Englschalkinger Straße 166 statt, von 18 bis 20 Uhr.