Süddeutsche Zeitung

Anti-Pegida-Demo in München:Im Faschingskostüm gegen Islamhasser

  • Um gegen den Münchner Pegida-Ableger zu protestieren, ruft ein Aktionsbündnis zur Veranstaltung "Tanz den Pegida - ein Arbeiterfasching" auf. Sie beginnt am Montag um 17.30 Uhr am Sendlinger Tor.
  • Später am selben Abend trifft sich auch Bagida wieder am Sendlinger Tor.
  • Muegida plant einen Marsch über die Leopoldstraße.
  • Am Dienstag dann ist eine Kundgebung zum Gedenken an die Opfer der NSU-Mordserie angemeldet.

Von Andreas Glas

Wie der Protest gegen Bagida aussehen soll

Dreimal sind die Münchner zuletzt auf die Straße gegangen, um zu demonstrieren, dass ihre Stadt bunt ist. Am kommenden Montag könnte es noch bunter werden als bisher. Dann ruft das Bündnis "Bellevue die Monaco" zu einem öffentlichen Kostümball gegen die islamfeindliche Pegida-Bewegung auf.

Die Veranstaltung "Tanz den Pegida - ein Arbeiterfasching" beginnt um 17.30 Uhr am Sendlinger Tor. Mitveranstalter Micky Wenngatz vom Verein "München ist bunt!" hofft darauf, "dass viele Münchnerinnen und Münchner in farbenfrohen Faschingskostümen erscheinen und zeigen, dass die Stadt bunt und vielfältig ist und bleibt". Beim Kreisverwaltungsreferat (KVR) angemeldet sind bislang 2500 bis 4000 Teilnehmer.

Welche prominenten Redner Bagida aufbieten will

Eineinhalb Stunden später, um 19 Uhr, beginnt auf der gegenüberliegenden Straßenseite die Kundgebung des bayerischen Pegida-Ablegers Bagida. Die Organisatorin Birgit Weißmann rechnet mit 2000 Teilnehmern, die - wie am vergangenen Montag - nach einer Kundgebung auf der Trambahninsel am Sendlinger-Tor-Platz zum Stachus marschieren wollen.

Um mehr Unterstützer zu mobilisieren, will Bagida prominente Redner für die Versammlung gewinnen. "Wir arbeiten daran", sagte Weißmann. Im Gespräch sind der frühere FAZ-Redakteur Udo Ulfkotte, jetzt Islamkritiker, und der deutsch-türkische Autor Akif Pirincci. Beide sind bereits bei Pegida oder einem der Ableger aufgetreten.

Wo Muegida unterwegs ist

Eine dritte Versammlung findet am Montag an der Ecke Giselastraße und Leopoldstraße statt. Dort treffen sich um 18.30 Uhr die Anhänger der Münchner Islamgegner Muegida. Deren Anführer Thomas Weiß hat 100 bis 200 Personen beim KVR angemeldet. Er plant einen etwa 700 Meter langen "Spaziergang" über Leopoldstraße und Ludwigstraße bis zur Ludwig-Maximilians-Universität.

Was für eine Demo gegen rechts noch geplant ist

Am Tag darauf, um 9 Uhr morgens, steht die nächste Demonstration an. Bevor um 9.30 Uhr ein weiterer Verhandlungstag im NSU-Prozess beginnt, ruft die Initiative "Keupstraße ist überall" zum Gedenken an die Opfer der rechtsextremen Mordserie auf. In der Sandstraße soll bis zum Abend eine Kundgebung stattfinden, um 17.30 Uhr will die Gruppe dann direkt vor dem Gerichtsgebäude in der Nymphenburger Straße demonstrieren.

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