Demonstration Raus aus der Manege

Mit Tigerkostümen und Transparenten demonstrierten am Samstag Hunderte Menschen gegen Tiere im Zirkus und zogen zum Circus-Krone-Bau an der Marsstraße.

(Foto: Stephan Rumpf)

Tierschützer protestieren gegen Tiger, Elefanten und Löwen im Circus Krone

Von Thomas Anlauf

"Circus ohne" steht auf den breiten Transparenten, darunter "Für einen tierfreien Zirkus". Davor demonstrieren Frauen in Tigerkostümen, was ihre Botschaft der Kundgebung ist: Die Haltung und Vermarktung von (Wild-)Tieren in Zirkussen soll verboten werden. Das Ziel des Demonstrationszugs durch die Münchner Innenstadt, an der nach Angaben des Veranstalters Animal United am Samstag knapp tausend Menschen teilnahmen, war der Circus Krone, der vor wenigen Tagen sein drittes Winterprogramm startete, zu dem auch zahlreiche Tierdressuren gehören.

Unter den Tierfreunden, die sich am Samstag zunächst am Geschwister-Scholl-Platz vor der Ludwig-Maximilians-Universität versammelten und dann bis zum Zirkus-Gebäude an der Marsstraße zogen, waren auch Prominente wie Schauspieler Hannes Jaenicke, der ein Plakat trug mit der Aufschrift "Zirkus? Ja! Aber ohne Tiere!". Diese hätten in der Unterhaltungsbranche nichts verloren, sagte der 58-Jährige. Auch bekannte Moderatoren, Models und Musiker schlossen sich nach Angaben des Veranstalters dem Protestzug am internationalen Tag des Artenschutzes an. "Die Mehrheit der Deutschen spricht sich eindeutig für einen Zirkus ohne Tiere aus", sagt Viktor Gebart, Geschäftsführer der Tierrechtsorganisation Animals United.

Nicht zum ersten Mal üben die Tierschützer Kritik an der Praxis des Circus Krone, der Dutzende Tiere in seinen Shows präsentiert, darunter Elefanten, Löwen, Lamas, Kamele und nun sogar einen 44 Jahre alten Nashornbulle. Den hat der Circus Krone von einem anderen Zirkus übernommen und will nun seinerseits mit dem Tier für Artenschutz werben.

Kritik an der Demonstration übte der Berufsverband der Tierlehrer. "Namhafte Biologen, Verhaltensforscher, Veterinäre bezeugen immer wieder, dass es in einem gut geführten Zirkus den Tieren gut geht", sagt Klaus Kaulis, der Geschäftsführer des Vereins, in dem Zirkusdirektoren und Tierlehrer organisiert sind. Er sieht die Mehrheit der Menschen auf seiner Seite, das zeige schon die Zahl der Zirkusbesucher im Vergleich zu den Demonstranten.

Der Protest gegen die Tiershows verlief friedlich, berichtet die Polizei. Nach ihren Angaben beteiligten sich etwa 600 Menschen daran.