Demo für die EUWarum Münchner zu "Pulse of Europe" gehen

"Mama, ich will da auch was sagen", sagte Carolin Fermum zu ihrer Mutter. Und dann stieg sie auf die Bühne der Demo. Neun Geschichten, in denen Münchner erzählen, warum die EU für sie unverzichtbar ist.

Zusammen stark sein

Anne-Sophie Hoffmann, 25, Studentin: Ich komme aus einem Vorort von Luxemburg-Stadt. Wann ich das erste Mal außerhalb Luxemburgs war, das weiß ich nicht mehr. Unser Land ist so klein, wenn wir in den Urlaub fahren und sei es noch so nah, dann sind wir schon im europäischen Ausland. Doch ich kann mich noch gut erinnern, wie ich damals nach München zog.

Sechs Jahre ist das nun her. Ich studiere hier Tiermedizin. Ich habe fünf Jahre gebraucht, um mich einzuleben, denn München ist eine Weltstadt, eine völlig andere Nummer als meine Herkunft. Mit der Sprache hatte das nichts zu tun. Wie alle Luxemburger bin ich mit drei Sprachen aufgewachsen: Luxemburgisch, Französisch und Deutsch - meine Lieblingssprache. Mittlerweile habe ich mich so an das Leben hier gewöhnt, dass ich mir überhaupt nicht vorstellen kann, in nächster Zeit woanders hinzuziehen.

Als Luxemburgerin sind mir die Vorteile Europas sehr bewusst. Diese große Vielfalt an Sprachen, diese Vielzahl an Orten, wo man hinfahren kann, ohne sein Geld zu wechseln. Das ist ein Super-Luxus. Luxemburg würde in der Welt ohne Europa wohl kaum wahrgenommen werden. Man nehme die USA, Russland oder China - wer sollte unser kleines Land auf der internationalen Ebene schon ernst nehmen? Da geht es den Franzosen und den Deutschen schon anders, die würden auch ohne Europa stark sein. Aber erst zusammen, als ein solidarisches Europa, haben wir eine Stimme, die wirklich gehört wird.

Bild: Florian Peljak 14. Mai 2017, 12:402017-05-14 12:40:36 © SZ.de/jma/mbr/mse/sekr