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Debatte um MVV-Preise:Politiker planen Spitzengespräch

MVV

Der Streit um die geplante Tariferhöhung beim MVV soll in einem Spitzengespräch gelöst werden.

(Foto: Symbolbild/dpa)

In den Streit um die geplanten MVV-Preiserhöhungen kommt Bewegung: Münchens OB Reiter, Verkehrsminister Herrmann und wohl auch der Ebersberger Landrat Niedergesäß wollen sich zusammensetzen - und einen Kompromiss aushandeln.

Von Christian Krügel

Der Streit zwischen Stadt und Landkreisen um die geplante Tariferhöhung beim Münchner Verkehrsverbund (MVV) soll in einem Spitzengespräch beigelegt werden. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD), Verkehrsminister Joachim Herrmann (CSU) und der Ebersberger Landrat Robert Niedergesäß (CSU) als Vertreter der Landkreise wollen sich nach Informationen der SZ Anfang der Woche zu einem Gespräch treffen, um einen Kompromiss für die Pendler aus dem Umland auszuhandeln. Diese müssen wohl doch keine deutliche höhere Preiserhöhung fürchten als Fahrgäste aus der Stadt.

Im Schnitt werden MVV-Tickets um etwa 3,6 Prozent teurer. Allerdings hatten sich im Vorfeld der entscheidenden Gesellschafterversammlung Stadt und Staat auf ein Modell geeinigt, das Pendler mit weiteren Fahrstrecken deutlich mehr zur Kasse gebeten hätte als Münchner. Dagegen hatten die Landräte scharf protestiert. Entsprechend kontrovers sei auch die MVV-Gesellschafterversammlung am späten Freitagnachmittag verlaufen, heißt es aus Teilnehmerkreisen. Weder die Vertreter des Freistaats noch OB Reiter wollten es aber offenbar zum Eklat kommen lassen: Theoretisch hätten Stadt und Staat sich dank ihrer Stimmrechte gegen die Landkreise durchsetzen können.

Stattdessen vertagten sich die Gesellschafter auf eine weitere Sitzung am kommenden Donnerstag. Bis dahin sollen Reiter und die Landräte einen Kompromiss ausloten, vonseiten des Freistaats wird wohl Verkehrsminister Herrmann selbst an dem Gespräch teilnehmen - wegen der politischen Brisanz des Themas, wie es hieß. Es soll partout verhindert werden, dass erstmals in der Geschichte des MVV keine einvernehmliche Lösung zwischen Stadt und Umland gefunden wird. Notfalls müsse der Tarifverbund bis Donnerstag noch mal neu rechnen und ganz neue Modelle als Kompromiss vorlegen, hieß es am Wochenende.

Ein solcher Kompromiss könnte darin bestehen, die Preise für die Tickets prozentual gleichmäßig anzuheben - unabhängig davon, ob der Fahrgast am Marienplatz oder in Mammendorf wohnt. Um trotzdem die nötigen Mehreinnahmen zu erzielen, könnten Zeitkarten insgesamt teurer werden. Die Preise für Einzelfahrten sollen in jedem Fall nicht noch stärker steigen, um Gelegenheitsfahrgäste nicht zu vergraulen.

© SZ vom 22.09.2014/ahem

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