Was läuft in der Klassik in BayernDavid Garrett geigt auf dem Königsplatz

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Nein, David Garrett überblickt hier nicht den Münchner Königsplatz, auch wenn der Eingangsbau manchen als das „Brandenburger Tor von München“ gilt. Hier sieht man im Hintergrund die echte Quadriga. Aber schon bald spielt der Geiger auf dem Münchner Königsplatz.
Nein, David Garrett überblickt hier nicht den Münchner Königsplatz, auch wenn der Eingangsbau manchen als das „Brandenburger Tor von München“ gilt. Hier sieht man im Hintergrund die echte Quadriga. Aber schon bald spielt der Geiger auf dem Münchner Königsplatz.
Pedro Becerra

Ehe er nach Istanbul und Kasachstan weiterdüst, spielt David Garrett ein Open-Air-Konzert in München. Wer nicht so auf Klassik-Crossover und Stadion-Sound steht: Es geht auch unaufdringlicher – der Überblick für den Sommer.

Von Jutta Czeguhn

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David Garrett, der mit seiner Geige die Klassik zum Rock gebracht hat, mag schöne, illustre Plätze. Derzeit ist er unterwegs mit seiner Millennium Symphony Open Air Tour. Bespielt hat er inzwischen schon die Freilichtbühne Loreley in Sankt Goarshausen, den Sparkassenpark in Mönchengladbach, den Berliner Gendarmenmarkt, die Konzertmuschel in der Trinkkuranlage von Bad Nauheim, ach ja, und bei den Thurn und Taxis Schlossfestspielen ist er auch aufgetreten. Ehe es weitergeht mit der Welttournee in die Amphitheater-Kulisse des Harbiye Cemil Topuzlu Open Air Theatre von Istanbul und zum Palast der Republik, ursprünglich Lenin-Palast, in der kasachischen Metropole Almaty, macht Garrett am 21. August auf dem Münchner Königsplatz Station.

Zu hören bekommt man vom Crossover-Spezialisten symphonische Pop-Neuinterpretationen aus den Hit-Fabriken von Taylor Swift, Rihanna, Ed Sheeran, The Weeknd, David Guetta, Udo Lindenberg oder Apache 207. Wem das jetzt irgendwie bekannt vorkommt: Garrett war samt Band und Orchester mit seiner „Millennium Symphony Live Tour“ schon mal in München, und zwar im März 2025 in der Olympiahalle. Damals war der SZ-Kritiker recht angetan davon, wie Garrett den Harry-Styles-Titel „As It Was“ mozart-like neuinterpretiert oder Ed Sheerans „The Joker And The Queen“ vorträgt, „als sei es vom Klaviervirtuosen Rachmaninoff komponiert worden.“

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:„Für uns ist es fatal“

Als Veranstaltungsstätte ist der Königsplatz heiß begehrt – sehr zum Leidwesen von Glyptothek, Antikensammlungen und Anwohnern. Über die vielen Seiten eines umstrittenen Platzes.

SZ PlusVon Barbara Hordych

Ortswechsel, Stilwechsel. Vom Stadion- und Arena-Sound, von E-Geige und Feuersäulen geht es nun zu einem unaufdringlicheren Klang in die St.-Walburgiskirche bei Kloster Seeon. Dort lebt der Autor und ehemalige Feuilleton-Journalist C. Bernd Sucher seine Leidenschaften aus. Jedenfalls trägt die von ihm kuratierte Sommer-Kulturwoche, angelehnt an seine erfolgreiche Literaturshow, den Titel „Suchers Seeoner Leidenschaften“. Und da gibt es ebendiesen besonderen Abend mit dem ebenfalls berückend schönen Motto „Wenn Musik der Liebe Nahrung ist“: Am Dienstag, 11. August, 18.30 Uhr, spielt dort Christoph Denoth, der zu den herausragenden Konzertgitarristen der Gegenwart zählt. Es werden Kompositionen von John Dowland, Isaac Albeniz und Heitor Villa-Lobos zu hören sein. Und, wir sind schließlich in C. Bernd Suchers Kosmos, Sonette von William Shakespeare, vortragen von Rezitator Wolfgang Rehmann. Mehr Infos zum Programm in Seeon gibt es unter www.kloster-seeon.de.

Die angenehme Kühle, die besondere Atmosphäre eines sakralen Raums, das Lichtspiel, die Akustik: Kirchen sind fantastische Gastgeber, wenn es um klassische Musik geht, waren sie doch die ersten Aufführungsorte, ehe Fürstenhöfe und königliche Paläste ins Spiel kamen, und später in Konzertsälen und Opernhäusern auch bürgerliche Ohren zuhören durften.

In München ist der August stets auch die Hochzeit des Orgelsommers, der sich dann aber noch bis weit in den September zieht. So erklingt die Königin der Instrumente wieder in der Erlöserkirche, der Himmelfahrtskirche Sendling, in St. Anna, St. Markus und St. Matthäus, sowie diesmal auch in der Paul-Gerhardt-Kirche in Laim und in der Andreaskirche Fürstenried. Für alle Konzerte gilt: Eintritt frei, Näheres zum Programm unter www.muenchner-orgelsommer.de.

Die Hausmusikgruppe „SaitenRausch“ spielt am Kapellentag bei der Ammerseerenade  vor der Hofkapelle im Weiler Rausch bei Herrsching.
Die Hausmusikgruppe „SaitenRausch“ spielt am Kapellentag bei der Ammerseerenade  vor der Hofkapelle im Weiler Rausch bei Herrsching.
Franz Xaver Fuchs

In der Alten Hofkapelle der Residenz hat Wolfgang Amadeus Mozart einst seine frühen Klavierkonzerte und die „Missa Brevis“ vorgestellt. Dort soll er 1777 auch einmal vergeblich auf eine Anstellung als Hofkapellmeister gewartet haben. Doch der Bayerische Kurfürst Maximilian III. ließ ihn abblitzen.

Auch wenn es für Mozart mit seinem Gesuch schlecht ausging, die Kapelle ist auch heute ein stimmungsvoller Ort mit staunenswerter Akustik, an dem seine Musik und die anderer großer Komponisten zu hören ist. Die Residenz-Solisten, die sich unter anderem aus Mitgliedern der Münchner Philharmoniker und des Symphonie Orchesters des Bayerischen Rundfunks zusammensetzen, bieten dort ganzjährig jeden Samstag, und seit August zusätzlich jeden Donnerstag, ihre Residenz-Serenaden, eine Konzertreihe mit wöchentlich wechselnden Programmen. Mehr dazu unter www.bavaria-klassik.de.

Apropos Kapelle: Immer am letzten August-Sonntag, diesmal ist es der 30., öffnen von 11 Uhr an mehr als 20 meist private Kapellen rund um den Ammersee ihre Türen für Musik und Gäste. Entspannte Gastfreundschaft prägt auch das Musikprogramm an diesem „Tag der offenen Haus- und Hofkapellen“, denn es reicht von Stuben- und Blasmusik über A-capella-Gesang und Weltmusik über Pop und Soul bis hin zur Klassik. Infos zum Kapellentag gibt es beim Veranstalter www.ammerseerenade.de.

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