Flötisten legen ihr Instrument an die Lippen, Blechbläser drücken es an den Mund, Oboisten oder Klarinettisten stecken es zwischen die Lippen, Geigerinnen müssen wohl oder übel mit ihrem Kopf und der Violine eine Einheit bilden, Pianisten sitzen stets im Profil vor Zuhörenden. Nur Cellisten thronen wie Könige vor dem Auditorium, das Cello gleichsam in die Arme nehmend und zwischen ihren Knien wiegend. Bogen- und Greifhand sind bestens zu sehen, und der Kopf ist frei von jeglicher Instrumentenbelästigung. Der Cellist sitzt seinem Publikum gegenüber, eine geradezu imponierende Erscheinung auf dem Podium. Das gilt gerade für Daniel Müller-Schott. Leichtfertig ist nichts an diesem Musiker, dem nicht nur außergewöhnliches Talent gegeben ist, sondern der auch noch eine höchst attraktive Bühnenpräsenz mitbekommen hat.
Porträt des Münchner Cellisten Daniel Müller-SchottUneitler Weltstar
Lesezeit: 5 Min.

Nachdenklichkeit und Sorgfalt prägen das grandiose Cellospiel von Daniel Müller-Schott. Wegen seiner eigenen frühen Erfahrungen bei Celibidaches Proben plädiert er heute dafür, Proben zu öffnen – um die Arbeit an der Musik leibhaftig zu erfahren.
