Hundemesse in MünchenDackel im Sprintmodus

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Spannende Köpfchen-an-Köpfchen-Rennen liefern sich die Dackel auf der 40 Meter langen Strecke.
Spannende Köpfchen-an-Köpfchen-Rennen liefern sich die Dackel auf der 40 Meter langen Strecke. Florian Peljak
  • Bei der Hundemesse „Dackel Race & Dog World" in München treten 125 Dackel in Gewichtsklassen beim größten Dackel-Rennen Deutschlands an.
  • 150 Aussteller präsentieren in der Motorworld Produkte für Hunde und bieten Workshops, Shows und Vorträge zu Hundethemen an.
  • Die Dackel werden vor dem Start tierärztlich gecheckt und laufen auf einer 40-Meter-Strecke mit Chip-Tracking-System um die Zeit.
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Beim „Dackel-Race & Dog World“-Event liefern sich 125 Kurzbeiner rasante Rennen, während Frauchen und Herrchen zwischen Hundebetten, Leckerlis und Yoga-Matten stöbern können.

Von Thomas Becker

Schon bei der Fahrt ins Parkhaus kläfft, bellt und hechelt es aus jedem zweiten Auto. Hoch auch die Zahl der Pkw mit messeadäquaten Aufklebern: „Dackel an Bord“. Kaum haben die in allen Farben und Formen angereisten Vierbeiner wieder Boden unter den kurzen Beinen und Witterung von all den anderen aufgenommen, steigt der Lärmpegel nochmal um ein paar Dezibel – und da steht man noch vor dem Eingang zur Motorworld, wo an den Ständen Gassitaschen, Tauhalsbänder, orthopädische Hundebetten sowie „bayerische Hundekauartikel – natürlich, regional, bekömmlich“ verkauft werden.

Rein dürfen nur sozialverträgliche Hunde mit Tollwut-Impfung, an der Leine, versteht sich. Drinnen in der denkmalgeschützten Lokhalle findet am Wochenende zum zweiten Mal das „Hunde-Lifestyle- und Erlebnisevent“ namens „Dackel Race & Dog-World“ statt. Auf den Hund gekommen? Nicht doch, die Stimmung ist bestens, von Ausnahmen abgesehen. Eine entnervte Hundebesitzerin fährt ihren Dauerkläffer an: „Was ist denn mit dir? Hier ist dein Spielzeug. Und jetzt halt's Maul!“

150 Austeller präsentieren in der Motorworld ihre Produkte für Vierbeiner und Besitzer.
150 Austeller präsentieren in der Motorworld ihre Produkte für Vierbeiner und Besitzer. Florian Peljak

An die hundeaffine Generation Paw Patrol geht jedoch eine Warnung in Sachen Reizüberflutung raus. Nicht nur wegen all der putzigen Hunde. Schließlich stehen in der Motorworld auch noch so viele irre Automobile, die man selten im Stadtverkehr sieht, dass bei den lieben Kleinen schon Schnappatmung droht. Wer als Erziehungsberechtigter unbedacht an der riesigen Carrera-Bahn vorbeiläuft, wird mit nicht unter 30 Minuten Lebenszeitverlust bestraft.

Dabei gibt es auch so genug zu sehen und erleben. 150 Aussteller, darunter Manufakturen, Futter-Spezialisten, Hundetrainer, Tierphysiotherapeuten, die Tiertafel München und viele mehr verwandeln dieses spezielle Auto-Museum in eine höchst lebendige Hundewiese. Neu ist der Outdoor-Bereich, wo es um Camping-Urlaub mit Hund geht. Man glaubt gar nicht, was man alles noch nicht hat.

Helen Ernst mit Hund Benito an ihrem Stand für handgemachtes Hundefutter für kleine Hunde.
Helen Ernst mit Hund Benito an ihrem Stand für handgemachtes Hundefutter für kleine Hunde. Florian Peljak

Vielfältig auch die Palette an Shows, Workshops und Vorträgen zu Themen wie „Magie der Gebrauchshundeausbildung“, „Qualzucht – wenn Schönheit Schmerz bedeutet“, „Scheren versus Trimmen“, „Hundeliebe – gemeinsam glücklich alt werden“ oder „Adoption don’t shop – Augen auf beim Hundekauf“. Ebenfalls zu Gast: ein Buchautor mit dem Werk „Graf Dackula“ sowie die deutsche Dogdance-Nationalmannschaft. Wer wissen will, was in Sachen Hunde-Fashion angesagt ist, wirft einen Blick auf die „Kleine Hundemodenschau“.

In einem Fitness-Parcours bietet das Hundetherapiezentrum München ein Bewegungs- und Gesundheitsprogramm an. Nur beim Fotoshooting (zwei Motive für 129 Euro) ist nichts los, sodass die Fotografin klagt: „Es kommt keine Sau.“ Nach all dem verwundert nicht, dass auch Hunde-Yoga und „Backen für den Hund“ angeboten werden. Erstmals wird zudem das Hundeverdienstkreuz verliehen, der „Dog Hero“, an Hunde, Mensch-Hunde-Teams und Initiativen, die mit bewegenden Geschichten, innovativen Ideen oder ihrem Einsatz für Tierschutz und Aufklärung das Hundeleben nachhaltig verbessern.

Leckerlis als Motivation sind zwar verboten, aber kommunizieren dürfen die Besitzerinnen und Besitzer mit den Hunden.
Leckerlis als Motivation sind zwar verboten, aber kommunizieren dürfen die Besitzerinnen und Besitzer mit den Hunden. Florian Peljak
Ein Tracking-System am Hals misst die Zeit der rasenden Vierbeiner.
Ein Tracking-System am Hals misst die Zeit der rasenden Vierbeiner. Florian Peljak

Höhepunkt ist fraglos das Dackel Race, laut Veranstalter das größte Deutschlands: 125 Teilnehmer, so viele wie nie; die Startplätze waren in kürzester Zeit vergeben. Mit dabei: der zweifache Weltmeister Luitpold, der beim letzten Mal die 40 Meter in 4,4 Sekunden rannte. Der Spaß und das Hundewohl stehen im Vordergrund, weshalb jeder Hund vor dem Start tierärztlich gecheckt wird.

Gerannt wird vor mehreren Hundert Fans auf der Dackelmeile im Dampfdom der Motorworld, der einzigen Indoor-Rennstrecke Deutschlands. Die Zeit nimmt ein Chip-Tracking-System, das auch beim München-Marathon zum Einsatz kommt und das die Vierbeiner in Form einer Schleife um den Hals tragen. Die Dackel treten in Gewichtsklassen von 3,2 bis 15 Kilo an, plus einer Inklusionsklasse für Dackel mit Handicap oder Seniorenstatus. Leckerlis zu Motivationszwecken sind verboten.

Ein Schnappschuss an der Ziellinie darf natürlich nicht fehlen.
Ein Schnappschuss an der Ziellinie darf natürlich nicht fehlen. Florian Peljak

Miriam und Marcel sind aus Dachau gekommen, mit Gretchen, der einjährigen Dackel-Dame, die es in Runde zwei geschafft hat. Gretchen ist Ungarin, war im Wiener Tierheim gelandet, wo die Hundefreunde aus Dachau sie abholten: „Wir haben immer Hunde aus dem Tierheim“, sagt Marcel. Zweimal sei Gretchen ausgebüxt, einmal gar aus dem Fenster gesprungen (Erdgeschoss!), aber bei Hund Nummer zwei, Romy, einer Windhund-Schäferhund-Mischung aus Griechenland, brav stehen geblieben.

Eine längere Anfahrt hatte Bazooka, die Zweijährige. Steffi und Manuel sowie die Kinder Daniel und Diana sind morgens in Innsbruck losgefahren, um zeitig zum Rennen da zu sein. Nun entspannt sich das Team im Ruhe-Raum vom Tohuwabohu da draußen. „Sie ist zwar klein, aber eine große Persönlichkeit“, sagt Frauchen über Bazooka, und Herrchen fügt an: „Sie ist kein Schmuckhund, sondern kann auch eine Funktion erfüllen. Was sie unseren Kids beibringen kann: wahrer Fokus.“ Und das tut Bazooka dann tatsächlich: als Gewinnerin in der Klasse unter fünf Kilo, Bestzeit: 4,93 Sekunden. Nur Lotti in der Klasse bis acht Kilo war schneller: 4,82 Sekunden. Jede Wette, dass Frauchen und Herrchen da nur hinterherdackeln würden.

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