Aufregung im Haxnbauer Angst um Dackel Theo

Ein Rauhaardackel wie dieser hat etwas gefressen, wovon er besser die Schnauze gelassen hätte - die Frage ist: Wo?

(Foto: Florian Peljak)
  • Ein Dackel hat im Lokal Haxnbauer in der Innenstadt an einer Köderbox herumgekaut. Darin war Gift zur Schädlingsbekämpfung.
  • Der Hund kam glimpflich davon, aber in der Tierklinik spuckte er eine "circa walnussgroße, türkise und knetige Masse" aus.
  • Die Köderboxen einzusetzen, ist erlaubt. Nach Angaben der Fachfirma könne eine Vergiftung von Hunden ausgeschlossen werden.
Von René Hofmann und Franz Kotteder

Ein Touristenpaar aus der Nähe von Freiburg hat am vergangenen Donnerstag in München ein Mittagessen mit teuren Folgen eingenommen und fragt sich immer noch, wie es dazu kommen konnte. Zusammen mit seinem Rauhaardackel Theo hatte das Paar das Lokal Haxnbauer an der Sparkassenstraße besucht. Plötzlich bemerkten die beiden, wie der angeleinte Hund unter der Bank auf etwas herumkaute. Ein Blick und ein Griff ergaben: Es handelte sich um eine Köderbox, in der sich Gift zur Schädlingsbekämpfung befand.

Die herbeigerufenen Kellner versuchten, das Ehepaar zu beruhigen. Dieses aber entschloss sich, mit dem Hund in die Tierklinik zu fahren. Dort wurde Theo ein Mittel verabreicht, damit er sich übergab. Unter anderem spuckte er dabei eine "circa walnussgroße, türkise und knetige Masse" aus, wie es in dem Therapiebericht heißt, und die, so die Notdiensttierärztin gegenüber den Besitzern, definitiv nicht in den Dackel gehörte. Um abzuklären, ob der Stoff bereits in die Blutbahn des Tieres gelangt war, waren zwei weitere Blutuntersuchungen nötig. Zwei, weil es unterschiedliche Arten von Schädlingsgiften gibt, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten ihre Wirkung entfalten.

Inzwischen liegen die Analysen dieser Proben vor: Theo hatte kein Gift im Blut. Obwohl er offenbar etwas gefressen hat, von dem er besser die Schnauze gelassen hätte, ist er noch einmal davon gekommen.

Die diversen Untersuchungen haben seine Besitzer aber rund 500 Euro gekostet. Weil diese sich sicher sind, dass ihr Hund nirgendwo sonst etwas Bedenkliches zwischen die Zähne bekam und nicht glauben wollen, dass in Gaststätten derlei gefährliche Köder ausliegen, wandten sie sich an die Polizei. Diese verwies - genauso wie die Gaststätte auf SZ-Anfrage - auf die für die Aufsicht zuständige Behörde: das Kreisverwaltungsreferat (KVR).

Dieses bestätigt, dass in dem Lokal, das zur Gruppe von Wiesnwirt Roland Kuffler (u.a. Weinzelt, Spatenhaus, Mangostin) gehört, Köderboxen im Einsatz sind. Sie werden zur vorbeugenden Schädlingsbekämpfung, hauptsächlich von Mäusen, eingesetzt. Nach Angaben der Fachfirma könne eine Vergiftung von Hunden aber ausgeschlossen werden, große Wirbeltiere oder auch Kinder könnten nicht an den Inhalt gelangen.

Zudem, so KVR-Sprecher Johannes Mayer, sei die fragliche Köderbox unversehrt geblieben: "Es fanden sich daran keine Indizien, dass der Inhalt nach außen gedrungen sein könnte." Das Aufstellen von Köderboxen in Gasträumen sei generell nicht verboten. Mayer weiter: "Offensichtlich war hier auch eine Fachfirma tätig, die allem Anschein nach korrekt gehandelt hat."