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Zuschussgeschäft:Abonnement für Musiktheater wird teurer

Die Gemeinde Karlsfeld erhöht die Preise um zehn Prozent. Sie muss sonst zuviel draufzahlen

Die Abonnenten des Karlsfelder Musiktheaters müssen künftig mehr zahlen. Die Gemeinde erhöht die Gebühren um zehn Prozent. Das hat der Hauptausschuss beschlossen. "Die letzte Erhöhung ist zwei Jahre her", berichtete der Geschäftsleiter Francesco Cataldo. Angesichts knapper Kasse und hoher Kredite, welche die Gemeinde aufnehmen muss, um ihre Vorhaben realisieren zu können, wurde alles auf den Prüfstand gestellt. Das Kulturangebot ist zwar wichtig, auch dass es sich jeder leisten können soll. Allerdings will man darauf achten, dass das Zuschussgeschäft für die Kommune nicht zu belastend wird. "Wir haben heuer gut verhandelt", sagte Cataldo. Dennoch liege der Zuschussbedarf bei den derzeitigen Abonnentenpreisen bei 6400 Euro. Verlange man zehn Prozent mehr, müsse die Gemeinde nur noch 1500 Euro zuzahlen. Bei einer 15-prozentigen Anhebung könne man sogar mit einem Überschuss rechnen. Die Ausgaben für die fünf Vorstellungen des Musiktheaters im Bürgerhaus liegen bei 55 200 bis zu 60 000 Euro, berichtete Cataldo. 470 Abonnenten gibt es. "Wer eins hat, behält es meist sehr lange", sagt Vizebürgermeister Stefan Handl (CSU). Seit Ende der Achtzigerjahre gibt es das Musiktheater. Wer jetzt ein Abo wolle, müsse sich gedulden, die Warteliste sei lang. "Das zeigt, dass die Leute zufrieden sind", freut sich Handl. Für die Vorstellungen gibt es immer auch freiverkäufliche Karten an der Rathaus- oder der Abendkasse. "Es ist ein Erfolgsmodell."

Für ein Abo in der ersten Reihe zahlt man derzeit 111 Euro, künftig sind es 17 Euro mehr für fünf Vorstellungen. "Fachleute haben uns darauf hingewiesen, dass wir einen enorm günstigen Abopreis haben", sagte Holger Linde (CSU). Der Finanzreferent forderte eine 20-prozentige Erhöhung. Bei der Kalkulation der Verwaltung seien Personal, Sozialabgaben und die Benutzung des Bürgerhauses nicht eingerechnet.

Doch die Mehrheit der Gemeinderäte wollten seinem Vorschlag nicht folgen. Man wolle "die Geduld der Abonnenten nicht überstrapazieren", so Venera Sansone (SPD). Auch wenn die Erhöhung nun so moderat ist, dass sie "nicht mal die Inflationsrate deckt", wie Adrian Heim (Bündnis) bemerkte.