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Zukunft der Mobilität:Abgasfrei durch Karlsfeld

Dieter Janecek, Bundestagsabgeordneter der Grünen.

(Foto: Toni Heigl)

Der noch gar nicht gegründete Grünen-Ortsverband setzt bereits jetzt erste Akzente

Während sich die Dunkelheit am Donnerstagabend über Karlsfeld senkte, leuchtete im Konferenzsaal des Bürgerhauses ein Anzug in kräftigstem Grün. "Respekt für dieses gewagte Outfit", sagte Dieter Janecek, Bundestagsabgeordneter vom Bündnis 90/Die Grünen, und lachte. In dem auffälligen Anzug steckte Michael Fritsch, Mitglied der Grünen in Karlsfeld. Wobei es noch gar keinen Ortsverband hier gibt, aber den will Fritsch im Oktober mit ins Leben rufen, sehr zur Freude des Dachauer Kreisverbands der Grünen, wie deren Sprecherin, Marese Hoffmann, zu Beginn der Veranstaltung erklärte. "Die Zukunft der Mobilität" lautete das Thema, das auch hier in der Gemeinde Karlsfeld Bürger und Politiker umtreibt. Der Ort erstickt förmlich im Durchgangsverkehr von Zehntausenden von Pendlern am Tag.

Einer der rund 20 Gäste sah die Ursache für die hohen Stickoxidwerte an der Münchner Straße vor allem im Stop-and-go-Verkehr. "Wir bräuchten hier eine grüne Welle", forderte er. Ein anderer schlug vor, durch spezielle Spuren für Elektroautos, Busse oder Fahrgemeinschaften einen Anreiz für das Umsteigen auf umweltfreundlichere Verkehrsmittel zu schaffen. "Als Pendlerin sind mir Effizienz und der Kostenpunkt besonders wichtig", erklärte eine junge Frau. Doch da müsste dringend nachgebessert werden, Verspätungen und Zugausfälle seien an der Tagesordnung.

Ein Besucher äußerte die Sorge, dass der Staat Kommunen bei der Umsetzung von Verkehrskonzepten "im Regen stehen lässt". Janecek antwortete, man wolle die Kommunen künftig durch den auf eine Milliarde verdoppelten Mobilitätsfond unterstützen. "Es sind noch zweieinhalb Wochen, wir kämpfen um Platz drei," warb der Grünen-Politiker um die Gunst der Wähler bei der Bundestagswahl.

Ein zentrales Ziel seiner Partei ist der Ausstieg aus dem Verbrennungsmotor. Dafür soll der Weg für umweltfreundliche Fortbewegungsmittel geebnet werden. Neben Modellen wie Carsharing oder dem autonomen Fahren plädiert Janecek vor allem für einen Umstieg aufs Fahrrad. Auf zwei Rädern durch die Gemeinde rollen, statt auf vieren im Stau zu stehen, wäre auch für viele Karlsfelder eine attraktive Alternative, doch auch in diesem Bereich muss aus Sicht der Bürger noch einiges getan werden. "In der Karlsfelder Meile gibt es zwar eine große Tiefgarage, aber nicht einmal überdachte Fahrradhäuschen," kritisierte eine Besucherin. Die Sorgen der Radfahrer erkennen und die Situation verbessern, das wird sicherlich ein Thema sein, das den künftigen Ortsverband der Grünen beschäftigten wird, da sind sich die Redner einig. Als es keine Fragen mehr gibt, macht sich Janecek auf den Heimweg - natürlich im E-Auto.