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Wirtschaft:Weniger Azubis im Landkreis

Knapp 100 Lehrstellen blieben zum Ausbildungsbeginn unbesetzt

Im vergangenen Jahr haben 239 Auszubildende in Betrieben aus Industrie,

Handel und Dienstleistungen im Landkreis Dachau eine duale Berufsausbildung begonnen. Das entspricht einem Minus von 5,9 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilt die IHK für München und Oberbayern mit. 197 der Neuverträge wurden in kaufmännischen Berufen abgeschlossen, 42 in gewerblich-technischen. Der Ausbildungsmarkt hat sich trotz Coronakrise als robust und aufnahmefähig erwiesen. Laut Zahlen der Arbeitsagentur vom September 2020 blieben rund 98 Lehrstellen im Landkreis unbesetzt.

Vor allem die sinkende Anzahl von Schulabsolventen aus den allgemeinbildenden Schulen wirkte sich nachteilig auf den Bewerbermarkt aus. Nach Angaben des Kultusministeriums ging diese bayernweit im Vergleich zum Vorjahr um 4,9 Prozent zurück. Besonders hohe Rückgänge waren bei Bewerbern zu verzeichnen, die alternativ ein Studium wählen können. Sie beliefen sich auf minus 15,5 Prozent bei Bewerbern mit allgemeiner Hochschulreife und auf minus acht Prozent bei Bewerbern mit Fachhochschulreife. Peter Fink, Vorsitzender des IHK-Regionalausschusses Dachau, betont: "Viele Betriebe wollen ausbilden, weil sie auf die Zukunft setzen und dafür benötigen sie dringend Fachkräftenachwuchs. Leider hat die Pandemie nahezu alle Maßnahmen zur Berufsorientierung für Schüler zum Erliegen gebracht." Auch die wichtige Bewerbungsphase im Frühjahr habe darunter gelitten. Schnupperpraktika, Ausbildungsmessen und persönliche Bewerbungsgespräche hätten nicht stattfinden können. "Doch trotz aller Unsicherheiten, die die Krise bis heute verursacht, setzen unsere Unternehmen auf engagierte und top ausgebildete Fachkräfte. Sie denken nach vorn. Jeder Azubi ist für sie ein Gewinn", so Fink.

Angesichts des Lockdowns sei es laut Fink jetzt umso wichtiger, in der Berufsorientierung alle Register zu ziehen. "Wir müssen neue Wege gehen und digitaler werden." Bestes Beispiel dafür seien die bis zum Sommer stattfindenden Webinare der bayerischen 'IHK-AusbildungsScouts'. In ihnen berichten Azubis aus Betrieben aller Branchen über ihren Berufs- und Ausbildungsalltag und stellen sich den Fragen ihrer Zuschauer. "Diese jungen Leute können Schülerinnen, Schülern und Eltern am besten erklären, wie eine Ausbildung funktioniert und welches solide Fundament jeder Azubi damit für seine erfolgreiche berufliche Karriere legt", so der Vorsitzende des IHK-Regionalausschusses.

Bei den Top-IHK-Berufen führten 2020 bei den Azubi-Neuverträgen im Landkreis die Verkäufer, gefolgt von den Kaufleuten im Einzelhandel, den Bankkaufleuten und den Kaufleuten für Büromanagement. Bei den Mädchen lag die Kauffrau für Büromanagement an der Spitze, bei den Buben der Verkäufer. Insgesamt starteten die IHK-Azubis ihre Ausbildung in 46 verschiedenen Berufen von den Automobilkaufleuten bis zum Zweiradmechatroniker. Die IHK ist für mehr als 60 Prozent aller Ausbildungsverhältnisse zuständig und betreut

242 aktive Ausbildungsbetriebe im Landkreis.

© SZ vom 16.02.2021 / SZ
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