Winterlandschaft Ein Januar, wie er sich gehört

Ski und Rodeln geht momentan gut am Monte Kienader.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Soviel Schnee gleich zu Jahresbeginn gab es lange nicht. Der Räumdienst arbeitet in Schichten, am Skilift ist der Andrang groß. Ein paar Winterimpressionen aus dem Landkreis Dachau.

Von Viktoria Großmann

Einen solchen Winter hat der Landkreis lange nicht erlebt. Seit Tagen hat es geschneit, die Räumdienste arbeiten in mehreren Schichten. Die Schichtleiter machen in Dachau nachts um zwei Uhr eine Kontrollfahrt. Mit Messgeräten stellen sie Schneehöhe und Glätte fest, erklärt Bauamtsleiter Moritz Reinhold. Darauf wird der erste Einsatz des Tages abgestimmt. Um vier Uhr beginnt die Schicht.

Auf dicken Eisschichten wird Salz ausgebracht. Bei überfrierender Nässe sprühen die Fahrzeuge großflächig Sole auf die Fahrbahn. Statt Rollsplit setzt der Bauhof gerne Blähschiefer ein. Der hatte sich schon vergangenes Jahr zum Hit der Saison entwickelt. Der Blähschiefer schwimmt oben auf der Schnee- und Eisdecke, während Split absinkt. Dadurch hält der Schutz länger. Weil er mit der Zeit zu Staub zermahlt, muss er zudem auch nicht aufwendig wieder von der Straße gekehrt werden. Alles in allem eine Investition, die sich rechnet, befindet das Bauamt. Die Lager seien voll. Der Bauhof verfüge über eines der größten Silos, die man haben kann und das werde ständig aufgefüllt.

Der Bund Naturschutz ruft Privatleute dazu auf, unbedingt auf Salz zu verzichten. Es belastet Böden und Gewässer und ist schädlich für Pflanzen und Tiere. Wege sollten mit Schippe und Besen geräumt werden. Sand, Kies oder Sägespäne seien als Streugut bei Glätte geeignet.

Was auf den Straßen stört, ist auf der Piste willkommen. Bei diesem Wetter steht der Skilift am Monte Kienader in Bergkirchen kaum still. Der Hügel ist ideal für Kinder und alle, die Skifahren lernen wollen. Geöffnet ist wochentags von 14 bis 19 Uhr, am Wochenende beginnt der Betrieb morgens um 9 Uhr und am Donnerstag geht es abends bei Flutlicht und Musik bis 21 Uhr.

Im Wald hingegen kann man die Stille genießen und sollte sie möglichst nicht stören. Die Wildtiere brauchen Ruhe. Jede unnötige Kraftanstrengung kann ihnen jetzt schaden, mahnt der Jagdschutz- und Jägerverein Dachau. Es liegt ja erst seit ein paar Tagen Schnee. Doch "wenn die Schneedecke über Wochen geschlossen ist und die Tiere auch durch intensives Scharren nicht mehr an Nahrung kommen, muss gefüttert werden", teilt der Verein mit. Das sollte man den Fachleuten überlassen. Die Jäger wissen, was die Tiere brauchen: "Brotreste sind keine artgerechte Nahrung."