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Weltmeisterschaft in Manchester:Erste deutsche Medaille

Taekwondo

Auf dem Weg zur Bronzemedaille: Taekwondo-Kämpfer Iordanis Konstantinidis (rechts) vom TSV Dachau 1865.

(Foto: oh)

Taekwondo-Kämpfer Iordanis Konstantinidis holt WM-Bronze

Iordanis Konstantinidis vom TSV Dachau 1865 hat die deutsche Taekwondo-Mannschaft erlöst und bei der Weltmeisterschaft in Manchester die erste Medaille für Deutschland geholt. In der Gewichtsklasse bis 63 Kilogramm holte der 20-Jährige nach einem spannenden Halbfinalkampf gegen Olympiasieger und Weltmeister Shuai Zhao aus China trotz knapper 8:10-Niederlage Bronze.

Schon in der ersten Runde dieses Halbfinalkampfes wurde der Chinese seiner Favoritenrolle gerecht und ging mit 5:0 in Führung. In Runde zwei baute er seinen Vorsprung weiter aus, ehe Konstantinidis eine sensationelle Drehtechnik am Kopf des Chinesen landete und auf 5:9 verkürzte. Ein deutlich hörbares Raunen ging durch die Halle, die am vierten Wettkampftag bis auf den letzten Platz gefüllt war. Dank einer starken kämpferischen Leistung verkürzte der Dachauer gar auf 8:9. Der Sieg schien für ihn zum Greifen nahe. Doch der Chinese verhinderte clever weitere Punkte und behielt einen knappen 10:8-Vorsprung bis zum Schluss. Der zehnfache Deutsche Meister Iordanis Konstantinidis durfte trotz der knappen Niederlage die Matte erhobenen Hauptes verlassen. Als Halbfinalist war ihm Bronze sicher.

"Ich habe mein Bestes gegeben und bin deshalb sehr stolz auf meine Leistung", sagte Konstantinidis. "Und ich habe ja gegen keinen schlechten Gegner verloren - deshalb stehe ich bei der Siegerehrung voller Stolz auf dem Podium." Der Dachauer freute sich zudem über die tolle Unterstützung seiner Fans. "Das war klasse." Auch der Dank an die Heimtrainer durfte nicht vergessen werden. "Ohne Demirhan Aydin und Reinhard Langer hätte ich diesen Erfolg nicht geschafft."

Und Sergej Kolb, Bundestrainer Bundeswehr der Deutschen Taekwondo Union (DTU) sagte: "Ich war so emotional dabei. Ich habe es selbst als Kämpfer nie in ein Halbfinale auf der WM geschafft. Und jetzt mit Iordanis dieses Erlebnis zu haben, macht mich unglaublich stolz. Ich bin überwältigt."

Konstantinidis hatte als erster Deutscher Kämpfer bei dieser WM das Halbfinale erreicht. Auf dem Weg dorthin war er mit einem unangefochtenen Sieg in der Vorrunde gegen Dlamini Thandukukhanya aus Swasiland gestartet. Im Achtelfinale wartete der unbequeme Kasache Eldar Birimbay - und der lag 1,7 Sekunden vor Schluss noch mit 10:7 Punkten in Führung. Im wirklich allerletzten Moment, gelang dem TSV-Kämpfer noch ein Kopftreffer. Und weil der Kasache die Wettkampffläche verließ, erhielt er einen ganzen Minuspunkt. Iordanis Konstantinidis gewann also in letzter Sekunde mit 11:10. Und nach dem Sieg im Viertelfinale gegen den unbequem zu kämpfenden Pie Bernardo aus der Dominikanischen Republik hatte der Dachauer als Halbfinalist die erste deutsche Medaille sicher.

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