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Weihnachtsprogramm:Schönes Fest

Christine Heimer und Schauspielkollege Harald Helfrich.

(Foto: Toni Heigl)

"Dahoam is Dahoam"-Schauspielerin Christine Reimer, Harald Helfrich und Peter Wittrich singen Weihnachtslieder aus aller Welt

Von SONJA SIEGMUND, Dachau

"Merry Christmas! Buon Natale! Joyeux Noel! Feliz Navidad! Vrolijk Kerstfeest! God Jul!" - wo immer auf der Welt die Geburt Christi gefeiert wird, wünschen sich die Menschen ein schönes Fest, freuen sich über Geschenke und singen ihre Weihnachtslieder - mal besinnlich und gefühlvoll, mal fröhlich und ausgelassen. Zu einer musikalischen Reise um die Welt waren die Besucher am Freitagabend in den Erchana-Saal im Ludwig-Thoma-Haus eingeladen.

Ausgedacht haben sich dieses besondere Weihnachtsprogramm die Volksschauspielerin Christine Reimer, bekannt aus der BR-Heimatserie "Dahoam is Dahoam", deren Schauspiel-Kollege Harald Helfrich vom Chiemgauer Volkstheater sowie der Musikprofessor Peter Wittrich und sein X-Tett. Als Einstimmung hatte das Wittrich-X-Tett mit Max Penger (Klarinette/Saxofon), Reinhard Greiner (Trompete), Tobias Gasser (Schlagzeug), Erwin Gregg (Posaune), Thomas Laar (Kontrabass) und Peter Wittrich (Akkordeon) ein Arrangement gewählt, das sich an das traditionelle Adventslied "Macht hoch die Tür" anlehnte. Die studierten Musiker haben sich zum Ziel gesetzt, alte und neue geistliche Lieder, Volksmusik, Swing, Klassik und Jazz zeitgemäß zu präsentieren, was ihnen bei der altbairischen Volksweise "Maria durch den Dornwald ging" gut gelang. Eine erste Kostprobe ihrer gesanglichen Qualitäten gaben Christine Reimer (Sopran) und Harald Helfrich (Bariton) mit dem weihnachtlichen Volkslied "Panis Angelicus" (Engelsbrot) des französischen Komponisten César Franck. Über Frankreich landete man mit dem Lied "Il Est Né le Divin Enfant" in Katalonien, wo das Gesangspaar leider das Flugzeug nach Amerika "verpasst" hat. Umso mehr freute sich das Publikum, darunter zahlreiche Lansing-Darsteller, über ein Traditionell von Paul Casals, in dem Vögel über ihre Freude an Jesu Geburt erzählen. Dabei zauberte Reimer, aufgewachsen im Basilika-Jugendchor Scheyern und als Solistin im Kammerchor Pfaffenhofen aktiv, mit ihrer schönen Sopranstimme weihnachtliche Stimmung in den Erchana-Saal. Außer einer klassischen Gesangsausbildung hat deren Reisepartner Helfrich Theaterwissenschaften studiert und ist als Schauspieler, Regisseur und Komponist tätig.

Anrührend war auch das Zusammenwirken der Sopranistin mit dem Wittrich-X-Tett bei einer Volksweise aus Argentinien, das die Zwei nach einer langen Schiffsreise erreicht haben. Wer nicht unbedingt an Traditionen hängt, wurde bei dem X-Tett-Medley mit Weihnachtsklassikern wie dem schwungvollen "Feliz Navidad" gut eingestimmt.

Im zweiten Teil war White Christmas in New York angesagt mit Glitzerbeleuchtung nach amerikanischem Geschmack und schriller Rentier-Maskerade von Solisten und Musikern. Bei allem Christmas-Kitsch durften natürlich auch Santa Claus nicht fehlen und die amerikanischen Weihnachtshits "Rudolph, the Rednosed Reindeer", "Let it snow" und "Little drummer boy".

Wie stimmungsvoll die Geburt Christi hingegen in Old Europe besungen wird, bewiesen Gesangspaar und X-Tett mit der alten Volksweise "Es wird scho glei dumpa" sowie mit dem Solostück "Über d' Alm", wunderschön auf dem Vibrafon gespielt. Dass traditionelles Liedgut noch immer hoch geschätzt wird, bewiesen Reimer/Helfrich mit dem weltweit bekanntesten Weihnachtslied "Stille Nacht". In der Originalfassung ist es von Franz Xaver Gruber aus dem Jahr 1818 und von der Unesco als immaterielles Kulturerbe anerkannt.

Während ihrer kleinen Weihnachtsreise konnten Christine Reimer und Harald Helfrich ihre langjährige Erfahrung als Volks-Schauspieler und Sänger mit klassischer Ausbildung hervorragend einbringen. So manch ein Zuschauer hätte sich von dem Gesangsduo vermutlich noch mehr traditionelle Weihnachtslieder mit alten Volksweisen gewünscht, die eine oder andere Geschichte über das schönste Fest des Jahres statt der vielen verkitschten und kommerzialisierten Christmas-Songs. Eine Zugabe gab es nicht: Die konnte man sich jedoch keine fünf Minuten entfernt auf dem Dachauer Christkindlmarkt holen.

© SZ vom 18.12.2017
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