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Von Goethes Faust bis zur Integralrechnung:Büffeln und bangen

Abitur

Bitte Ruhe: In vielen Gymnasien weisen Schilder auf die Abiturprüfungen hin. Mitschüler und Besucher werden um Rücksicht gebeten.

(Foto: Felix Kästle/dpa)

An den drei Gymnasien im Landkreis Dachau treten insgesamt 387 Schülerinnen und Schüler zu den Abiturprüfungen an.

Von Goethes Faust bis hin zur Integralrechnung: Das Wissen, das von den Abiturienten in diesem Jahr wieder gefordert wird, ist umfassend. Insgesamt 39 000 Gymnasiasten in ganz Bayern legen seit Mittwoch, 2. Mai, bis einschließlich Freitag, 22. Juni, ihre Prüfungen ab, um endlich ihr Abitur in den Händen zu halten. 387 Schülerinnen und Schüler sind es allein an den drei Gymnasien im Landkreis Dachau. Am Gymnasium in Markt Indersdorf sind es 93 Schüler, die in diesem Jahr zum Abitur antreten. An den beiden Dachauer Gymnasien sind es sogar noch mehr: Am Josef-Effner-Gymnasium machen 158, darunter zwölf externe Schüler, ihr Abitur, am Ignaz-Taschner Gymnasium sind es 136, davon vier externe Schüler. Externe Schüler, so erklärt Oberstudiendirektor Peter Marais vom Josef-Effner- Gymnasium, seien jene, die nicht an der eigenen Schule ihr Abitur ablegen könnten. Dazu gehören zum Beispiel Schüler von Waldorfschulen und anderen nicht staatlichen Schulen, die das Abitur nicht abnehmen dürfen. Als Externe können sich aber auch solche anmelden, die das Abitur über den zweiten Bildungsweg nachholen möchten. Diese externen Schüler werden auf die staatlichen Schulen wie die beiden Gymnasien in Dachau verteilt. Üblicherweise übernehmen die Schulen drei Jahre lang solche Schüler und pausieren dann. Da das Josef-Effner-Gymnasium nun schon im dritten Jahr in Folge externe Schüler aufgenommen hat, wird es wohl in den kommenden Jahren keine zusätzlichen Abituranwärter mehr aufnehmen. Marais begründet das damit, dass der logistische Aufwand für die externen Schüler deutlich höher sei als für die regulären Schüler. Die Externen müssen nämlich statt in fünf Fächern in insgesamt acht Fächern ihr Abitur ablegen.

Zu den Prüfungen in den fünf Fächern, die die regulären Abiturienten bestehen müssen, gehört neben Deutsch und Mathematik eine Fremdsprache oder ein gesellschafts- oder naturwissenschaftliches Fach. In diesen Disziplinen werden die Abiturprüfungen bayernweit bis zum 11. Mai schriftlich absolviert. Wie auch in den vergangenen Jahren enthalten die schriftlichen Prüfungen in den Fächern Deutsch, Mathematik, Englisch und Französisch Aufgaben oder zumindest Aufgabenteile aus einem Pool, der gemeinsam mit allen anderen Bundesländern entwickelt und abgestimmt worden ist. Diese länderübergreifenden Aufgaben sollen es ermöglichen, die Schulabschlüsse in Deutschland besser vergleichen zu können.

Die mündlichen Kolloquiumsprüfungen in zwei weiteren Wahlfächern finden vom 4. Juni bis 15. Juni statt. Alle Schüler, die in den schriftlichen Prüfungen nicht das gewünschte Ergebnis erzielt oder die Prüfung im ersten Anlauf nicht bestanden haben, können oder müssen vom 15. bis zum 22. Juni ihre Note in einer mündlichen Zusatzprüfung verbessern. Diejenigen, die ihr Abitur bestanden haben, dürfen ihr Zeugnis der allgemeinen Hochschulreife dann am 29. Juni in Empfang nehmen. Dass die Prüfungen in diesem Jahr mit der Fußballweltmeisterschaft zusammenfallen, dürfte so manchen Schüler gehörig ärgern. Ähnlich dürfte es aber auch den 172 Auszubildenden im Landkreis Dachau gehen, die von Ende April bis Mai die schriftlichen Abschlussprüfungen der Industrie- und Handelskammer (IHK) absolvieren müssen. Die 134 Prüflinge in den kaufmännischen und verwandten Berufen, vor allem Kaufleute im Einzelhandel und Büromanagement, haben zumindest ihre schriftlichen Prüfungen schon hinter sich. Von Mitte Mai an folgen die 38 Auszubildenden in den technischen Berufen. Von Juni an müssen auch sie dann noch die mündlichen und praktischen Prüfungen meistern.