Volksfest Indersdorf Der letzte Schliff vorm Anzapfen

Am Freitag wird das Volksfest in Markt Indersdorf eröffnet. Auch ein Kettenkarussell wird es geben.

(Foto: Toni Heigl)

Das Volksfest Indersdorf ist bei Schaustellern wie Besuchern wegen seiner familiären Atmosphäre beliebt. Der neue Festwirt kann es kaum erwarten, dass es losgeht.

Von Dajana Kollig, Markt Indersdorf

Noch steht das große Festzelt leer. Die roten und gelben Stoffbahnen an der Decke tauchen den Innenraum in ein warmes Licht. Die unberührten Stahloberflächen des Ausschanks glänzen. Doch von Freitag an wird hier Hochbetrieb herrschen, Menschen, Bier und halbe Hendl, laute Musik, Dirndl und Lederhosen.

Aber bis jetzt sind nur die Handwerker da, die mit dem Aufbau und den letzten Vorbereitungen beschäftigt sind. Noch ist alles ruhig. Noch trinkt hier keiner Bier. Frischen Wind bringen die neuen Festwirte Franz Widmann und Sina Fischer nach Indersdorf. Sie sind dieses Jahr zum ersten Mal auf dem Volksfest. Davor war die Wirtsfamilie Lanzl fast 50 Jahre lang für das Festzelt zuständig.

Das Volksfest Indersdorf startet am Freitag, 24. Mai

"Heute nachmittags kommen dann die Bedienungen und stuhlen den Innenraum auf", sagt Franz Widmann im Vorbeigehen, "Halt! Das Knödelbrot kommt auch in die Kühlung!" Er hat noch viel zu tun, bevor die ersten Gäste auf den Bierbänken Platz nehmen können. Sina Fischer, die Festwirtin und Partnerin von Franz Widmann, führt durch den Küchentrakt des Zelts. "Noch wird alles geputzt, das ist ein bisschen chaotisch", sagt sie und lacht. Besteck wird poliert und 90 Kilo schwere Käselaibe in der Kühlung verstaut. Die beiden jungen Festwirte werden selbst während des Betriebs aushelfen, wo gerade Bedarf ist. "Mal verkaufen wir Hendl, mal zapfen wir Bier - wir arbeiten mit, wo es eben gerade brennt", erklärt Fischer. Das Volksfest in Indersdorf und das in Landshut organisieren sie als Festwirte, ansonsten sind die beiden bei der Elterngeneration der Widmanns angestellt. Diese leitet den Festzeltbetrieb nach wie vor, auch in Indersdorf ist Jutta Widmann dabei. Vom Käseschneiden bis zum Brezenbacken wird hier alles noch in Handarbeit und direkt an Ort und Stelle erledigt. Am Freitagnachmittag brutzeln dann die ersten Hähnchen im Grill.

Nach den letzten Details fehlen nur noch die Besucher.

(Foto: Toni Heigl)

In diesem Jahr wird es einen Mittagstisch zu vergünstigen Preisen geben. Außerdem können die Besucher im Vorfeld Tische über das Internet reservieren. "Früher gab es ein Weizenkarussell, wir haben jetzt eine separate Weizenbar", sagt die Festwirtin über die Aufteilung des Zeltes. Das Festbier wird eigens für das Volksfest vom Kapplerbräu in Altomünster gebraut. Pünktlich zum Anstich soll auch das Wetter wieder schöner werden, die Sonne spitzt bereits durch die Wolken. Fischer ist froh, wenn es endlich losgeht.

Das Volksfest Indersdorf ist auch für Fahrgeschäftsbetreiber besonders

Auch außerhalb des Festzeltes laufen die letzten Vorbereitungen. Die Fahrgeschäfte werden geputzt, einige Einzelheiten noch nachgebessert. Neben Schieß- und Losbuden warten auch Autoscooter und Karusselle darauf, dass endlich die Besucher kommen und Platz nehmen.

Die Schießbude gehört Armin Kreis, er kommt seit 20 Jahren aus Dillingen mit seinem Stand auf das Volksfest in Indersdorf. "Die Menschen hier identifizieren sich mit dem Fest", sagt er "das ist ein sehr angenehmes Publikum". Dem stimmt Georg Winter zu, ihm gehört ein Losstand. Seit mehr als 40 Jahren gibt es seinen Stand schon auf dem Volksfest, er hat den Betrieb von seinen Eltern übernommen. Genau deswegen sei das Volksfest Indersdorf für ihn persönlich auch so besonders, er kennt die Festwiese, seit er ein Kleinkind war. "Als ich ein Jahr alt war, haben mich meine Eltern zum ersten Mal mitgenommen", erzählt er.

Die familiäre Stimmung auf dem Volksfest in Indersdorf lobt auch Florian Diebold. Ihm gehört der Autoscooter, das Fahrgeschäft, das die längste Geschichte auf dem Volksfest hat. Diebold hat das Fahrgeschäft ebenfalls von seinen Eltern übernommen, die auch seit mehr als 45 Jahren nach Indersdorf kommen. "Davor hat mein Opa das Unternehmen geführt." Die nächste Generation steht bereits in den Startlöchern beziehungsweise sitzt auf seinen Schulter. Sohn Toni ist mit drei Jahren auch schon fleißig am Mithelfen. Volksfestbetrieb ist Familiensache, das wird auf dem ganzen Platz deutlich. Die neuen Festwirte haben sich bereits gut in ihre neue Wahlverwandtschaft integriert. "Es klappt alles super", findet auch Diebold. Das neue Festzelt sei zwar etwas größer, aber dann rücke man eben zusammen.

Die Fahrgeschäfte sind aufgebaut, das Zelt steht und die Sonne scheint.

(Foto: Toni Heigl)

Er selbst kommt aus Augsburg. "In Indersdorf sieht man immer bekannte Gesichter, das ist schön", meint er. Nur der Aufbau sei von all den Volksfesten auf die er fahre, einer der schwierigsten. Dadurch, dass in Indersdorf die Festwiese wirklich noch eine Wiese ist und kein Schotterplatz, haben die Schausteller zum Teil Probleme, mit den schweren Transportern auf das Gelände zu fahren. "Wir haben extra dafür Stahlplatten ausgelegt", erzählt er. Außerdem kommen sie gerade direkt vom Volksfest in Dillingen, das bis Dienstag lief. "Da haben wir dann nachts alles abgebaut und direkt hier her gefahren", so Diebold.

Das Indersdorfer Volksfest geht von Freitag, 24. Mai bis Sonntag, 2. Juni. Offiziell beginnt das Fest mit dem Anzapfen des ersten Bierfasses durch Bürgermeister Franz Obesser. Davor findet am Freitag von 17.30 Uhr an ein Konzert mit Bierprobe am Marktplatz statt. Am ersten Volksfestsamstag ist ein Feuerwerk geplant, am Vatertag gibt es einen Frühschoppen.