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Vierkirchen:Schwerer Brand in Asylunterkunft

Meterhohe Flammen schossen aus dem Fenster, bevor die Freiwillige Feuerwehr den Brand löschen konnte.

(Foto: oh)

Ein junger Gambier erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung, Brandstiftung ist nicht ausgeschlossen

Von Christiane Bracht, Vierkirchen

Ein Feuer hat am Freitagabend in der Asylunterkunft in Vierkirchen gewütet und einen Containerkomplex völlig unbewohnbar gemacht. Ein 20-jähriger Gambier erlitt eine leichte Rauchgasvergiftung. Laut Polizei brach der Brand kurz vor 17 Uhr aus. Die sofort alarmierte Feuerwehr sah die Rauchsäule schon von weitem. "Kurz nachdem wir zum Einsatzort kamen, hat das Feuer durchgezündet", berichtet der Vierkirchener Feuerwehrkommandant Manfred Huber. Die Flammen schossen fünf bis sechs Meter hoch aus dem Gebäude heraus. Der Mann aus Gambia rettete sich im letzten Moment noch selbst, indem er aus dem Fenster sprang. Drei Atemschutztrupps gingen sofort in die brennenden Container hinein. Einer kümmerte sich draußen um das Geschehen. "Wir hatten das Löschwasser dabei, deshalb konnten wir sofort mit zwei Strahlrohren den Löschangriff starten", erzählt Huber. Innerhalb von vier Minuten hatten die Feuerwehrler die Flammen unter Kontrolle. Anschließend durchsuchten sie die Unterkunft nach Personen, die sich möglicherweise noch in Gängen oder Zimmern befanden. Starker Rauch und die Hitze machten den freiwilligen Helfern die Arbeit schwer. "Die Leuchten und Deckenteile waren teilweise geschmolzen und tropften herunter", berichtet Huber. "Wir haben verschiedene Räume öffnen müssen." Zum Glück hatten die Bewohner sich jedoch frühzeitig in Sicherheit gebracht. Auch wenn einige laut Huber immer wieder versuchten, in die brennenden beziehungsweise verrauchten Container zu gelangen, um die letzten Habseligkeiten, die ihnen noch geblieben waren zu retten. Insgesamt leben etwa 40 Geflüchtete aus afrikanischen Ländern in der Unterkunft, die in zwei Gebäudekomplexe unterteilt ist. Einer davon blieb vom Feuer unversehrt, der andere ist nun unbewohnbar. Ein Zimmer brannte völlig aus. Im Landratsamt geht man davon aus, dass nicht alle Container entsorgt werden müssen, sondern nur der ausgebrannte und vielleicht die benachbarten. Die Polizei schätzt den Schaden auf etwa 60 000 Euro.

Die Ursache für das Feuer ist bislang unbekannt. Die Bewohner hatten aber zunächst selbst versucht, das Feuer zu löschen. Brandfahnder waren bereits da, nun will man Zeugen vernehmen. Brandstiftung ist nicht ausgeschlossen.

Landrat Stefan Löwl kümmerte sich mit der Abteilung Asyl um die Umquartierung der 20 Flüchtlinge, die nicht mehr in ihre Zimmer konnten. Bis auf einer kamen alle in dem zweiten Gebäudekomplex unter. "Der war nicht voll. Zwei oder drei übernachteten vorübergehend im Gemeinschaftsraum", so Löwl. Die Gemeinde Vierkirchen spendierte den aufgeregten Geflüchteten Essen und Getränke. BRK und THW halfen die Bewohner zu untersuchen. Nur der 20-jährige Gambier musste mit einer leichten Rauchvergiftung ins Krankenhaus. Es waren neun Feuerwehren im Einsatz.

© SZ vom 03.08.2020

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