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Verzögerung wegen Corona:"Das wird schon sportlich"

Wann die Haimhauser Turnhalle eröffnet wird, ist fraglich

Die Gemeinde Haimhausen hält offiziell noch an ihrem Ziel fest, den Erweiterungsbau der Schulturnhalle der Grund- und Mittelschule zu einer Dreifachturnhalle mit angeschlossener Mensa zum Beginn des neuen Schuljahres einzuweihen. Die Frage, ob das Großereignis jedoch in der Form stattfinden kann, mag in der Gemeinde derzeit niemand konkret beantworten. Selbst Bürgermeister Peter Felbermeier (CSU) macht keinen Hehl daraus, dass er angesichts der Corona-Pandemie und deren Folgen ziemliche Bedenken hat, ob das Vorhaben klappt. Dazu kommt, dass sich durch die Corona-Krise erste Verzögerungen und Engpässe bei der Materialbeschaffung auswirken und bemerkbar machen. Größtes Hindernis, die Einweihung in gebührendem Rahmen zu feiern, ist vermutlich aber das bis zum 31. August dieses Jahres geltende Verbot von Großveranstaltungen. Denn zur Einweihung der neuen Turnhalle, welche die Gemeinde auch als "kleines Kulturzentrum" nutzen will, würden immerhin zwischen 300 und 500 eingeladene Gäste kommen. "Ich gebe zu, das wird schon sportlich, aber wir halten noch an unserem Fahrplan fest", sagt Felbermeier.

Die mögliche Verschiebung der Einweihung wäre nicht die erste Hürde, die der Erweiterungsbau auf dem Weg seiner Realisierung nehmen müsste. Denn lange Zeit stand es nicht gut um den geplanten Bau des dritten Hallenteils. Bürokratische Hemmnisse der Staatsregierung erschwerten das Vorhaben. Weil der schulische Bedarf für eine Dreifachturnhalle nicht ausreicht, setzt die Gemeinde den Bau in Kooperation mit dem SV Haimhausen um. Die Kommune übernimmt die Bauherrenschaft zu knapp 75 Prozent, die restliche Verantwortung trägt der Sportverein. "Für uns wird sich ein Traum erfüllen", sagte der mittlerweile verstorbene Vorsitzende des SV Haimhausen Theo Thönnissen. Der SV Haimhausen wird für die kommenden 30 Jahre Hausherr sein. Auch weitere Vereine profitieren von dem Projekt: So entstehen zwei Proberäume für die Dorfmusik und die Chöre. Auch die Volkshochschule wird in dem Gebäude eine neue Heimat finden. In der angeschlossenen Mensa, die von der Grund- und Mittelschule sowie von den Kindertagesstätten genutzt wird, können bis zu 500 Kinder essen.

An eine Erweiterung der Zweifachturnhalle hatten die Verantwortlichen in der Gemeinde vorsorglich schon beim Bau im Jahr 1980 gedacht. Die westliche Wand war damals so gestaltet worden, dass ein Anbau problemlos möglich gewesen wäre. Vier Jahrzehnte später ist es so weit. Von den Kosten in Höhe von 5,2 Millionen Euro tragen die Gemeinde Haimhausen und der Schulverband rund 3,8 Millionen Euro und der Sportverein 1,4 Millionen Euro. Vom Freistaat und vom Bayerischen Landessportverband (BLSV) kommen außerdem Zuschüsse in Höhe von rund 1,9 Millionen Euro.

© SZ vom 18.05.2020

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