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Versöhnungskirche Dachau:Erinnerung an Rachel Knobler

Gottesdienst mit Kompositionen der Shoah-Überlebenden

Boguslawa Hubisz-Sielska spielt am Sonntag, 17. November, um 11 Uhr, drei Kompositionen von Rachel Knobler im Gottesdienst der Evangelischen Versöhnungskirche auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Dachau. Die Predigt hält Peter Klentzan, 1988 bis 1996 Diakon an der Versöhnungskirche.

Im November 1991 ist die Shoah-Überlebende Rachel Knobler erstmals zu einer öffentlichen Veranstaltung in die KZ-Gedenkstätte gekommen. Gemeinsam mit Diakon Klentzan hat sie eine Ausstellung mit ihrem Bilderzyklus "Die gefrorene Zeit" eröffnet. Mit den Bildern und mit ihren Gedichten erinnerte Rachel Knobler an ihre Kindheit und frühe Jugend in Slomniki bei Krakau, wo sie 1924 als älteste von drei Töchtern musikalischer Eltern geboren wurde. Mit dem Gedicht für ihre von den Nazis ermordete kleine Schwester Meira thematisierte Rachel Knobler an dem Abend eindringlich den Holocaust, in dem auch ihr Vater ermordet wurde und der die Welt ihrer Kindheit mit dem Nebeneinander von jüdischem und christlichem Leben für immer auslöschte. Nachdem sie Auschwitz und andere Lager wie durch ein Wunder überlebt hatte, kehrte die junge Frau mit ihrer Mutter und der Schwester Dora in die Heimat zurück. Als die Mutter in Slomniki Opfer eines Raubmordes wurde, wollten beide Töchter so rasch wie möglich nach Palästina. Rachels Weg führte über München, wo sie dann auch blieb. Bis ins hohe Alter widmete sie sich der Malerei, der Musik, der Lyrik und dem Theater.

Rachel Knobler kam über Jahre regelmäßig zu Konzertlesungen nach Dachau.

Im Sommer 2017 erlitt sie wenige Wochen nach ihrem 93. Geburtstag einen Schlaganfall. Die letzten Monate lebte sie in einem Münchner Pflegeheim. Am Silvestertag 2017 starb Rachel Knobler an einer Lungenentzündung.