Das schwere Busunglück im Landkreis Dachau macht bundesweit Schlagzeilen und wirft Fragen auf. Auch der Deutsche Verkehrssicherheitsrat (DVR) in Berlin hat von dem tödlichen Unfall in der Kurve einer Staatsstraße im Begegnungsverkehr erfahren. Die DVR-Experten setzen sich vor allem mit Gefahren und Risiken im Straßenverkehr auseinander, unter anderem bei Linien- und Reisebussen. In eintägigen Sicherheitsprogrammen unterstützt der DVR Fahrerinnen und Fahrer von Bussen dabei, gefährliche Situationen frühzeitig zu erkennen und zu vermeiden. Das Training wird bundesweit sowohl auf festen Plätzen als auch mobil angeboten. Zu den fahrpraktischen Übungen gehören Brems- und Lenkmanöver, auch auf verschiedenen Untergründen. In moderierten Gesprächen werden die Fahrsituationen auf täglichen Touren reflektiert, Verhaltensweisen und der Umgang zum Beispiel mit Stress, Ermüdung und Ärger besprochen.
Die Begegnung von Bussen auf engen Straßen, insbesondere auch in engen Kurven, seien anspruchsvolle Fahrsituationen, sagt DVR-Präsident Manfred Wirsch. Die Gefahr einer seitlichen oder frontalen Kollision bestehe, wenn Fahrzeugbreite, Kurvenradius oder Ausschwenkverhalten falsch eingeschätzt würden. „Zur Risikominimierung sind eine rechtzeitig angepasste Geschwindigkeit, ein gleichmäßiges Lenken und eine besonders aufmerksame Fahrweise erforderlich“, betont Wirsch.
Seit 1999 gilt in Reisebussen eine Anschnallpflicht
Seit 1999 müssen neu zugelassene Reisebusse in Deutschland mit Sicherheitsgurten ausgestattet sein, und es gibt eine Anschnallpflicht. Für Linienbusse gilt eine Sonderregel: Wenn in ihnen die Beförderung stehender Fahrgäste zugelassen ist, besteht keine Gurtpflicht. Doch der DVR rät Fahrgästen aller Busse, vorhandene Gurte konsequent anzulegen.
Verkehrsexperte Wirsch weist aber auch darauf hin, dass sich seit vielen Jahren die Zahl der getöteten Businsassen bundesweit auf einem sehr niedrigen, ein- bis zweistelligen Niveau bewege. So hätten 2021 fünf Menschen in Bussen ihr Leben verloren, während 2024 acht Buspassagiere tödlich verunglückt seien. Insgesamt gelte der Bus im Vergleich zu anderen Verkehrsmitteln als sehr sicher, so Wirsch. Das grundsätzliche Ziel des DVR sei aber die „Vision Zero“: ein Straßenverkehr, in dem niemand sein Leben verliert oder schwer verletzt wird. Und das betreffe somit auch Fahrerinnen und Fahrer sowie Fahrgäste von Bussen, erklärt der DVR-Präsident.
In puncto Sicherheit und Ordnung in Reisebussen empfiehlt der ADAC, sperriges Gepäck sicher im Kofferraum zu verstauen. Taschen und kleine Gepäckstücke sollte man rutschfest beispielsweise unter dem Vordersitz verstauen, damit sie bei einer Vollbremsung nicht zu gefährlichen Geschossen werden. Nach Angaben des ADAC zeigten Unfallstatistiken, dass sich die sichersten Plätze in der Mitte des Busses befinden, und zwar am Gang, nicht am Fenster. Die vordersten und hintersten Sitze seien bei Auffahrunfällen und beim Umkippen eines Busses statistisch am gefährlichsten.

