Verkehrsberuhigung in Altomünster Tempo 30 am Marktplatz abgelehnt

Schön ist der Marktplatz von Altomünster schon, aber für Autofahrer und Fußgänger sehr unübersichtlich.

(Foto: Toni Heigl)

Von Geschwindigkeitsbeschränkungen an Kinder- und Senioreneinrichtungen will der Bauausschuss ebenfalls nichts wissen

Von Horst Kramer, Altomünster

Das Ortszentrum von Altomünster wird keine Tempo-30-Zone. Ein Bürger wollte eine Geschwindigkeitsbegrenzung für den Marktplatz und einige anliegenden Straßen und stellte deshalb einen entsprechenden Antrag. Doch der Bauausschuss lehnte dies nun ab, wenn auch mit knapper Mehrheit.

Einer der Kritikpunkte war, dass die beantragte Zone auch die Bahnhofstraße umfassen sollte. Doch das ist die wichtigste Durchfahrtsstraße durch den Ort. Die Verkehrsexperten der Polizei Dachau hätten allerdings eine Tempobeschränkung direkt am Marktplatz begrüßt, wie die Bauamtsleiterin Michaela Felber berichtet. So schön der Platz ist, so unübersichtlich und problematisch ist die Verkehrssituation: wegen des Kopfsteinpflasterbelags und des Gefälles, wegen der zahlreichen Einmündungen und Einfahrten und der noch größeren Anzahl an parkenden Autos.

Die einfahrenden sowie die stehenden Fahrzeuge sind auch einer der Gründe, warum die Gremiumsmitglieder den Vorschlag nach einem Zebrastreifen am Parkplatz ablehnten: "Zwischen den parkenden Fahrzeugen und den Einfahrten ist einfach kein Raum für eine Fußgängerquerung", erzählt Felber. Ein weiterer Grund: Zebrastreifen sind verkehrsrechtlich nur zulässig, wenn eine bestimmte Verkehrsdichte überschritten und ein gewisses Fußgängeraufkommen gegeben sei, so die Bauamtsleiterin. Beides ist wohl nicht der Fall. Ebenfalls abgelehnt wurde ein Antrag auf Tempo 30 im Bereich der Kindereinrichtungen, Alten- und Pflegeheime im gesamten Gemeindegebiet. Die Geschwindigkeitsbegrenzung am Seniorenheim in der Stumpfenbacher Straße bleibt indes weiterhin bestehen.

Auf Anraten der Polizei sprach sich der Bauausschuss auch gegen einen Verkehrsspiegel an der Einmündung der Steinbergstraße in die Nerbstraße aus. Die vielen verschiedenen Sichtvariablen seien schwer unter einen Hut zu bringen, so Felber: So zum Beispiel die unterschiedliche Höhe der Fahrersitze in den verschiedenen Fahrzeugtypen, die beim Aufstellwinkel und der Größe eines Spiegels zu berücksichtigen wären. Zudem wäre die Gemeinde verantwortlich und haftbar, wenn der Spiegel verstellt, beschlagen oder verschneit wäre. "Deswegen spricht sich die Polizei sehr oft gegen Verkehrsspiegel aus", erläuterte die Bauamtsleiterin.

Der Bebauungsplan des neuen Siedlungsgebiet am Schmelchenberg im Nordwesten des Hauptorts billigte der Ausschuss hingegen. Bedenken äußerten einige Gemeinderäte hinsichtlich der Verkehrsanbindung des Neubaugebiets. Egal, wie viele Wohnungen dort entstehen, könnten die Anwohner von Straßen wie dem Brunnenwiesenweg oder der Flurstraße mit einer deutlichen Zunahme des Verkehrs rechnen, sofern nicht eine völlig neue Erschließungsstraße gebaut wird. Die überarbeitete Planung soll im nächsten Bauausschuss diskutiert werden.