Bundestagswahl in Dachau:"Ich stehe im Leben"

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Als Direktkandidatin der Freien Wähler befindet sich Susanne Droth in einer schwierigen Ausgangslage. (Foto: Toni Heigl)

FW-Direktkandidatin Susanne Droth präsentiert sich volksnah.

Von Karolin Arnold, Dachau

Die Freien Wähler schicken Susanne Droth als Direktkandidatin für den Wahlkreis Dachau-Fürstenfeldbruck in den Bundestagswahlkampf. Im Gasthaus Oberbachern wurde sie am Dienstag vorgestellt. Dort stellte sie sich auch den Fragen der anwesenden Mitglieder und Zuhörer. Zusammen mit ihrem Mann betreibt Susanne Droth derzeit einen eigenen Gastronomiebetrieb. Ihr Mann und auch der Rest der Familie sind politisch aktiv. Politik sei nichts für sie, habe sie früher oft gesagt, erzählte sie. Bis sie gemerkt habe, dass sie durch ihr bisheriges gesellschaftliches Engagement doch eigentlich bereits seit Jahren schon Politik mache.

Die 50-Jährige betonte mehrfach, dass die Menschen in ihrer Partei Pragmatiker seien, die anpacken und deshalb auch auf Bundesebene gebraucht würden. Die Aussichten, das Direktmandat zu gewinnen sind mit Blick auf die vergangen Jahre nicht sehr vielversprechend, da dieses Mandat bisher immer an die CSU ging. Zudem müsste die gesamte Partei der Freien Wähler die Fünf-Prozent-Hürde auf Bundesebene überwinden, was ihr bisher noch nie gelungen ist.

Droth selbst sagt, die Chancen seien noch nie so hoch gewesen wie jetzt, dass die Freien Wähler auch bundespolitisch Erfolg haben: In den vergangen Wochen haben die Freien Wähler vor allem Schlagzeilen wegen ihres Parteivorsitzenden Hubert Aiwanger gemacht. Nachdem dieser seine persönliche Impfskepsis geäußert hatte, wurde er unter anderem heftig von Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder (CSU) kritisiert. Susanne Droth positioniert sich beim Thema Impfen als klare Impfbefürworterin. Sie spricht sich aber dafür aus, dass jeder, und somit auch Hubert Aiwanger, selbst entscheiden dürfe, ob er sich impfen lasse oder nicht. Söders Vorgehen und dessen Wortwahl gegenüber Aiwanger kritisiert sie.

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Sollte die Gastronomin es doch nach Berlin schaffen, möchte sie sich nach eigenen Angaben beispielsweise dafür einsetzen, dass das Ehrenamt mehr wertgeschätzt wird, sie wolle sich bildungspolitisch engagieren, und auch das Thema erneuerbare Energien sei ihr wichtig. Die Direktkandidatin fordert in vielerlei Hinsicht mehr "lösungsorientiertes Arbeiten". Ihrer Meinung nach müssten die Verantwortlichen "Politik wieder bis zum Ende hin denken". Sie wolle dafür die Probleme im Wahlkreis mit in den Bundestag nehmen. Die Kandidatin der Freien Wähler grenze sich von ihren Gegenkandidaten dahingehend ab, dass sie nah an den Menschen dran sei. "Ich stehe im Leben", sagt Droth. Sie wolle die Nähe zu den Menschen im Landkreis nicht verlieren und auch unabhängig von der Bundestagswahl weiterhin ein Netzwerk aufbauen, mit "Leuten, die etwas bewegen wollen", so Droth.

© SZ vom 12.08.2021 / karn - Rechte am Artikel können Sie hier erwerben.
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