Um zwölf Prozent Wasser wird teurer

Stadtwerke Dachau erhöhen Preise rückwirkend zum 1. Januar

Von Petra Schafflik, Dachau

Duschen, Wäsche waschen oder Kaffee kochen - das alles wird für die Dachauer teurer. Denn die Stadtwerke erhöhen den Wasserpreis um zwölf Prozent, auch die Entsorgung des Abwassers kostet ab jetzt mehr. Konkret müssen die Stadtbewohner rückwirkend zum 1. Januar 1,59 Euro für einen Kubikmeter Wasser bezahlen. Bisher kostete das kühle Nass aus der Leitung nur 1,41 Euro. Da die Gebühr vom Versorger netto ausgewiesen wird, belastet der Verbrauch von 1000 Litern Trinkwasser den Geldbeutel effektiv mit 1,70 Euro. Weil jeder Tropfen, der aus dem Hahn fließt, über den Kanal wieder entsorgt werden muss, kommen auf den Wassertarif noch die Abwasserkosten obendrauf. Die betragen nun 1,82 Euro, statt bisher 1,62 Euro. Einzig die Grundgebühr sinkt leicht von 35,23 Euro netto auf 32,80 Euro im Jahr. Alle neuen Tarife, die rückwirkend ab 1. Januar gelten, haben die Stadträte im Werkausschuss ohne Diskussion durchgewinkt.

Die Stadträte hatten keinen Gesprächsbedarf - die Stadtwerke hatten bereits im November Preissteigerung für 2019 angekündigt. Nur die Höhe stand damals nicht fest, weil die Kalkulation noch lief. Die Entwicklung ist keine Überraschung. Denn die Stadtwerke investieren viel Geld in die Sanierung von Anlagen, erneuern sukzessive das Leitungs- und Kanalnetz, das in Teilen aus den Sechzigern stammt. Hohe Summen fließen auch in den neuen Trinkwasserbrunnen, der in Dachau-Ost gebaut wird. All diese Investitionen müssen wieder hereinkommen über die Gebühren, die laut gesetzlicher Vorgaben immer in Vierjahres-Zeiträumen kostendeckend berechnet werden. Ein kleiner Haushalt mit einem jährlichen Wasserverbrauch von 110 Kubikmetern wird jährlich statt bisher 381,85 Euro künftig 422,44 Euro bezahlen müssen. Das ist eine Kostensteigerung der gesamten Wasser- und Abwassergebühren für diesen Musterhaushalt von knapp elf Prozent. Auch nach der Gebührenerhöhung liegen die Dachauer Wassertarife aber laut den Stadtwerken noch unter dem bayerischen Durchschnittswert, der für die Beispielfamilie 458,34 Euro betragen würde.