2021 werden die Weichen für die Zukunft des TSV Eintracht Karlsfeld gestellt: Der Verein träumt schon lange von einem neuen Vereinsheim mit großem Versammlungsraum und gemütlicher Gaststätte. Vor zwei Jahren keimte bereits Hoffnung auf, als der Gemeinderat einen Planer engagierte. Jetzt hat dieser seine Entwürfe offengelegt. Präsident Rüdiger Meyer ist begeistert - zumindest von einer Variante. Allerdings sind die Kosten hoch: Mit 3,5 Millionen Euro soll der Neubau zu Buche schlagen, so der Münchner Architekt Nicolas Neumann, und rechnet man Straßenverlegung, neuen Parkplatz und alles andere dazu, werden es wohl um die 6,7 Millionen Euro werden. Eine extrem hohe Summe für eine klamme Gemeinde.
Bei den Haushaltsberatungen, die noch im Januar beginnen werden, will man darüber diskutieren. "Es ist wohl eher ein Ausblick für die nächsten sieben bis zehn Jahre", sagt Meyer, wohlwissend dass noch weitere große Bauprojekte anstehen. So zum Beispiel die Sanierung des Hallenbads, die netto 9,2 Millionen Euro kosten soll, brutto vermutlich um die elf Millionen. Auch das ist eine Baustelle, die den Verein tangiert.
Noch ist nicht entschieden, ob man das Bad nicht vielleicht schließen muss, weil die Gemeinde es nicht finanzieren kann. "Das wäre eine Katastrophe - die schlechteste Entscheidung für Karlsfeld", sagt Meyer, der als CSU-Gemeinderat wird mitstimmen dürfen. Dabei geht es ihm nicht nur um die Kinder, die auch in Zukunft noch Schwimmen lernen sollen: Ihm liegen auch die Sportler am Herzen, allen voran die aus der Schwimmabteilung seines Vereins, aber auch die Triathleten, die dann nicht mehr trainieren könnten. Doch selbst wenn das Bad für viel Geld renoviert werden würde, säßen die Sportler während der zweijährigen Bauzeit auf dem Trockenen - zumindest nach jetzigem Stand. "Ein Problem, das wir noch nicht durchdacht haben", sagt Meyer. Dies zu lösen, wird wohl seine Aufgabe sein in 2021. Doch schon jetzt ist der Präsident sicher, dass es zu "Veränderungen im Verein führen wird" und das treibt ihm Sorgenfalten auf die Stirn, nicht zuletzt wegen der coronabedingt ohnehin schon hohen Austrittszahlen im vergangenen Jahr. 700 Mitglieder haben dem Verein den Rücken gekehrt.
In der Präsidiumssitzung am 12. Januar wird es also um die Frage gehen: Wie kann man Schwimmer und Triathleten trotz der ungünstigen Situation im Verein halten? Wo wird man ihnen Trainingsmöglichkeiten bieten können? "Das Dachauer Bad ist bereits voll", weiß Meyer. Und wieder ist der Präsident ein Krisenmanager - auch wenn es diesmal nicht um Corona geht.
Den TSV für die Zukunft rüsten, das heißt für Meyer natürlich auch, trotz schlechter Vorzeichen die Planungen auf dem Gelände des Sportparks voranzutreiben. Maximal sieben Jahre werde das alte Vereinsheim, das die Sportler 1967 in ihrer Freizeit errichtet hatten und in das es nun an allen Ecken und Enden zugig und kalt hineingeht, halten, schätzt Meyer. "Dann werden wir uns darüber unterhalten müssen, ob es sich noch lohnt, Geld da hineinzustecken." Deshalb liegt ihm viel daran, die vom Präsidium favorisierte Lösung in einen Bebauungsplan zu gießen, damit sie irgendwann - am liebsten natürlich möglichst bald - realisiert werden kann. Es soll nicht wieder gehen, wie Anfang der 2000er Jahre als das Landratsamt eine Ausnahmegenehmigung gab, die nach einiger Zeit auslief, weil die Gemeinde den Bau wegen Geldknappheit nicht in Angriff nehmen konnte. Irgendwann mussten die Bautafeln wieder abgebaut werden. Das war ein schmerzlicher Schritt für den Verein.
Wenn es nach den Karlsfelder Sportfunktionären geht, soll das Vereinsheim einmal das Zentrum des Sportparks werden. Von allen Seiten gut erreichbar, Versammlungen aller Abteilungen, an denen 180 Personen teilnehmen können. Dafür müsste die Jahnstraße verlegt werden. Statt der relativ geradlinigen Streckenführung, wie sie jetzt ist, sieht Planer Nicolas Neumann eine große Schleife vor, eine Verschwenkung, die mehr Raum für das Vereinsheim lässt, aber auch dafür sorgt, dass die Autos, die dort vorbeifahren, abbremsen müssen. Und um möglichst viel Verkehr vom Sportpark fernzuhalten, schlägt der Architekt einen Parkplatz zwischen alter Münchner Straße und der Halle vor. Auf diese Weise würden nur noch Gäste des dahinterliegenden Jugendhauses die Jahnstraße nutzen und im Sommer Badegäste. "Es wäre eine Aufwertung des Sportparks und auch des Georg-Froschmeyer-Platzes. Für Fußgänger ein echtes Erlebnis", schwärmt Meyer. Man hätte auch keine rückwärts rangierenden Mannschaftsbusse mehr. Das erhöhe die Sicherheit.
Das Vereinsheim selbst soll nach dieser Planung quadratisch und zweistöckig werden, vielleicht einen kleinen Regieraum bekommen. Das wünscht sich das Präsidium schon lange. "Andere Varianten würden wir nicht befürworten. Dann warten wir lieber ab", sagt Meyer. Es solle schließlich eine Lösung für die Zukunft sein.
