AtomkatastropheMahnwache in Dachau erinnert an Tschernobyl

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Ein Schutzbau bedeckt den explodierten Reaktor im Kernkraftwerk Tschernobyl.
Ein Schutzbau bedeckt den explodierten Reaktor im Kernkraftwerk Tschernobyl. Efrem Lukatsky

Zum 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl rufen der Bund Naturschutz und die ÖDP Dachau zur Mahnwache auf – und warnen vor neuen Risiken durch den Krieg in der Ukraine.

Die Reaktorkatastrophe von Tschernobyl jährt sich in diesem Jahr zum 40. Mal. Aus diesem Grund rufen die Dachauer Kreisgruppe des Bund Naturschutz (BN) und der Dachauer Kreisverband der ÖDP für Montag, 27. April, um 18 Uhr zu einer Mahnwache am Unteren Markt in der Stadt Dachau auf. „Wir wollen verhindern, dass die Risiken der Nutzung der Atomkraft in Vergessenheit geraten“, heißt es in einer Pressemitteilung. Auch wenn in Deutschland keine Atomkraftwerke mehr in Betrieb seien, gebe es in der Schweiz unmittelbar an der deutschen Grenze weiterhin „Uralt-Reaktoren“.

Am 26. April 1986 explodierte im Atomkraftwerk Tschernobyl etwa 100 Kilometer nördlich von Kiew der vierte Reaktorblock. Konstruktionsfehler hatten zur Kernschmelze geführt. Zehntausende Menschen starben in den Folgejahren an den Auswirkungen der Strahlungen. Es war das schwerste Unglück in der Geschichte der Atomkraft.

„Sarkophag“ wurde durch russische Drohne beschädigt

Bis heute ist die Region um das stillgelegte Kraftwerk aufgrund der ausgetretenen Strahlung ein Sperrgebiet. Seit 2019 ummantelt eine Schutzhülle aus Beton und Stahl, die mehr als 100 Meter hoch ist, die Reste des vierten Reaktorblocks, damit keine Radioaktivität austritt. Der sogenannte „Sarkophag“ wurde im vergangenen Jahr bei einem russischen Luftangriff durch eine Drohne beschädigt. Kurzzeitig war der Strom der Ummantelung ausgefallen.

„Jahrzehntelange Bemühungen, die Katastrophe unter Kontrolle zu halten, werden durch den andauernden Krieg in der Ukraine gefährdet“, so BN und ÖDP. Es drohe jeden Tag die erneute Freisetzung von Radioaktivität. Zudem sei auch 40 Jahre nach dem Unglück immer noch nicht absehbar, wann die „strahlenden Ruinen“ geräumt werden könnten. Mit der Mahnwache in Dachau wolle man auch an die Opfer der Reaktorkatastrophe erinnern.

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