Trotz klammer Kassen Zuschüsse fließen

Gemeinde Karlsfeld übernimmt auch die hohen Heizkosten des TSV Eintracht

Trotz klammer Kasse will sich die Gemeinde Karlsfeld den Vereinen gegenüber großzügig zeigen. Am meisten soll der TSV Eintracht Karlsfeld heuer bekommen. 80 000 Euro hat der Sportverein als Betriebskostenzuschuss beantragt. Weitere 30 000 Euro braucht er noch, um sein Defizit von 2018 zu begleichen. Die Höhe der Summe verschlug manchem Gemeinderat in der jüngsten Hauptausschusssitzung die Sprache, denn bislang ist der Verein immer mit einer deutlich kleineren Finanzspritze ausgekommen. "2016 haben wir beschlossen, die Heizungen in der Turnhalle mit Zählern auszurüsten", erklärte Alexander Reichl vom Hochbauamt. Seit diese im Einsatz sind, habe man feststellen müssen, dass der Verein deutlich mehr abrechnen muss, als bisher.

Früher gab es nur einen Zähler auf dem Gelände, da habe man die Summe geschätzt. "Wir wollten immer eine klare Abrechnung haben, jetzt haben wir sie", sagte Bürgermeister Stefan Kolbe. Mit Hilfe der Zähler hat man nun festgestellt, dass die Gaststätte an die 6000 Euro Heizkosten verschlingt, trotzdem ist es dort nach Angaben der Sportler immer kühl. Im Zuge der Sportparksanierung soll das Vereinslokal ein neues Gebäude bekommen, das haben die Kommunalpolitiker kürzlich beschlossen. Die Gemeinde habe die hohe Summe fürs Heizen immer bezahlt, nicht als Zuschuss an den Sportverein, aber als Ausgleich des Defizits, so Kolbe. Insofern ändere sich nichts. Im übrigen müsse man bedenken, dass der Verein viel für die Allgemeinheit leiste, erinnerte der Bürgermeister. Der Zuschuss beinhaltet nicht nur die Heizkosten, sondern auch die Reinigungskosten in Höhe von 38 000 Euro.

Finanziell unterstützt wird auch der Musikverein mit 12 000 Euro. Holger Linde (CSU) regte an, dass der Verein seine Mitgliedsbeiträge erhöhen solle, um die Zuschüsse geringer werden zu lassen und die Gemeindekasse zu entlasten. Doch damit setzte er sich nicht durch. "Das macht vielleicht mehr kaputt", sagte Kolbe. Ingrid Brünich (CSU) wusste, dass die Musikvereine ohnehin mit Austritten zu kämpfen haben und plädierte dafür, alles zu lassen, weil man sonst womöglich noch weniger Mitglieder und weniger Geld habe. Der Zuschuss ist auch für Instrumentenleihgaben und den Dirigenten. Das Vivaldi-Orchester bekommt nun 9600 Euro, das Symphonieorchester 8800 Euro. Der Bund Naturschutz wird mit 1500 Euro bedacht, das Dachauer Forum mit 2000 Euro.