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Trotz Einnahmeverluste:Dachau noch davongekommen

Für den Start ins Jahr 2021 ist die Stadt besser gerüstet als gedacht

Die finanzielle Ausgangslage der Stadt Dachau, um in ein auf Grund der Auswirkungen der Corona-Krise turbulentes Jahr 2021 zu starten, scheint besser als zuletzt gedacht: Einerseits sollen für ausbleibende Gewerbesteuereinnahmen - laut aktuellen Schätzungen sind das in Dachau über drei Millionen Euro allein im Jahr 2020, wobei die Auswirkungen 2021 eventuell sogar noch stärker zu spüren sein werden - insgesamt 2,4 Milliarden Euro bayernweit verteilt werden. Das teilte der städtische Kämmerer Thomas Ernst in der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses mit. Richtwert für die Zahlungen seien die durchschnittlichen Gewerbesteuereinnahmen der letzten drei Jahre, im Falle der Stadt Dachau also rund 27 Millionen Euro. Da für den Haushalt der Stadt Dachau nur 24 Millionen Euro an Gewerbesteuereinnahmen für das Jahr 2020 geschätzt waren, würde so sogar deutlich mehr in die Kasse fließen.

Andererseits wurde 2019 weniger ausgegeben als geplant. So sparte man sich rund drei Millionen Euro an Personalkosten - weil man kein zusätzliches finden konnte, wie Stadtrat Florian Schiller (CSU) bemängelte - sowie 15,5 Millionen Euro im Hoch- und Tiefbau. So konnten statt der vorgesehenen einen Million sogar rund 19 Millionen Euro dem Vermögenshaushalt zugeführt werden. Auch die allgemeine Rücklage konnte 2019 um fast sechs Millionen Euro auf insgesamt rund 64 Millionen Euro erhöht werden. Christa Keimerl (SPD) hob zudem lobend hervor, dass die aktuelle Pro-Kopf-Verschuldung der Stadt bei nur mehr sechs Euro liege. Der Landesdurchschnitt hingegen betrage 557 Euro pro Kopf.

Allerdings hielt sich die Freude über die Gesamtsituation im Ausschuss in Grenzen: "Wir haben weiterhin ein großes Investitionsprogramm vor der Brust", betonte Schiller. Die Einsparungen seien größtenteils aufgeschobene, aber nicht aufgehobene Projekte. "Die Lage ist weiterhin angespannt und wir können bei den kommenden Haushaltsplanungen nicht das Füllhorn auspacken", so Schiller.

© SZ vom 25.09.2020 / jupu

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