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Tracht:Kunst und Natur

Ein Plädoyer für mehr Artenvielfalt beim Trachtenverein D'Ampertaler

"Wir haben die gleiche Basis: Ihnen geht es um den Erhalt der Heimat und uns auch, sagt Christiane Mayr. Sie ist bei der Regierung von Oberbayern zuständig für die "Biodiversitätsstrategie", also für ein Konzept, mit dem man die Vielfalt der Arten erhalten und für selten gewordene Tier- und Pflanzenarten neue Lebensräume erschließen will. Sie entscheidet über die Verteilung staatlicher Zuschüsse, meist 90 Prozent der jeweiligen Projektkosten. Dem Trachtenerhaltungsverein D'Ampertaler vermittelte sie auf deren Vereinsabend die enge Verbindung von Kultur und Naturschutz.

Christiane Mayr ist für das Projekt "Neues Leben im Dachauer Moos" zuständig. Sie verdeutlichte, wie viel während der letzten fünfzig, sechzig Jahre an Artenvielfalt gerade auch im Dachauer Raum verloren ging. So seien Kiebitze oder Bekassinen früher hier in großer Zahl zu Hause gewesen. Letztere habe man gejagt und "niemand hat ein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn er sie gegessen hat". Sie zeigte sich aber auch "tief beeindruckt davon, was Dachau heute noch für Naturschätze hat. Als Beispiele nannte sie die Sumpfgladiole, verschiedene Orchideenarten, die Sibirische Schwertlilie oder die Helm-Azurjungfer, eine Libellenart, die europaweit nur noch an ganz wenigen Standorten vorkommt: "Bayern hat hier eine große Verantwortung." Ganz besonders freute sich, dass heuer im Krenmoos in Karlsfeld sechs Kiebitzpaare gebrütet und 17 Junge großgezogen haben. Erst in diesen Tagen hatten 17 Bekassine auf dem Durchzug hier Station gemacht.

Naturschutz ist überlebensnotwendig für jeden von uns", schloss Christiane Mayr ihren Vortrag: "Wenn es keine Blumen und nur noch Maisfelder gibt, geht auch etwas in unserer Seele kaputt". Von Seiten der "Ampertaler" gab es viel Zustimmung zu Mayrs Powerpoint-Präsentation mit eindrucksvollen Naturaufnahmen. Außerdem beeindruckte die Zuhörer die Tatsache, dass Christiane Mayr daheim am Chiemsee selbst Mitglied eines Trachtenvereins ist.