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Teuere Kommune:In Karlsfeld zahlen Mieter am meisten

Neue Mitte

Wohnen in Karlsfeld - direkt an der Grenze zur Landeshauptstadt München - ist teuer.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Mietspiegelindex weist im Schnitt Kaltmiete von 10,86 Euro pro Quadratmeter aus

Die teuerste Kommune Deutschlands ist erneut Karlsfeld mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 10,86 Euro pro Quadratmeter. Auch Dachau liegt mit 9,80 Euro pro Quadratmeter auf Rang 5, gleich hinter Germering mit 10,26 Euro. Das Münchner Umland, insbesondere der Nordwesten, liegt damit erneut auf einem sehr hohen Mietniveau. Zu diesem Ergebnis kommt der aktuelle Mietspiegelindex, den das Forschungsinstitut F+B jedes Jahr anhand der Auswertung alle amtlichen Mietspiegelübersichten in Deutschland erstellt.

"Hier zeigt sich, dass die alte Regel, wer günstiger wohnen möchte, muss ins Umland ziehen nicht, mehr durchgreifend gilt", sagt der Geschäftsführer des Forschungsinstituts Bernd Leutner. Das seit langem hohe Preisniveau in den Kernstädten hätte zu kontinuierlichen Ausweichsbewegungen in die Speckgürtel geführt. Die hohen Angebotsmieten würden sich zeitversetzt auch bei hohen ortsüblichen Vergleichsmieten widerspiegeln, so Leutner. Erstmals ist laut dem Index nun nicht mehr München die teuerste Stadt, sondern Stuttgart. Dort zahlen Mieter 10,41 Euro pro Quadratmeter. In München sind es 9,74 Euro. Der regionale Vergleich zeige allerdings insbesondere in der Mitte Deutschlands einen deutlichen Anstieg gegenüber dem Vorjahr. "Dem gegenüber steht eine deutliche Abschwächung der Region Süd", so Leutner. Man scheine sich hier einer Grenze anzunähern, die zeige, "dass auch die ortsüblichen Vergleichsmieten nicht mehr in den Himmel wachsen", so Leutner. Analysiert werden Kaltmieten von Wohnungen mit einer Fläche von 65 Quadratmetern in Gemeinden mit mindestens 20 000 Einwohnern und veröffentlichten Mietspiegeln. Für den diesjährigen Index wurden die Mieten für insgesamt 351 Städte und Gemeinden ausgewertet.

© SZ vom 23.11.2019 / jala
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