SZ-Adventskalender:Wenn der Schmerz den Alltag regiert

Lesezeit: 2 min

Diagnose Fibromyalgie: Die Folgen ihrer chronischen Entzündung kann die Frührentnerin Tina M. kaum lindern. Um zum Arzt oder ins Thermalbad zu fahren, fehlt der einstigen Fabrikarbeiterin und Altenpflegerin das Geld

Von Katja Gerland

SZ-Adventskalender: Wärmetherapie und Thermalbäder würden der Frührentnerin aus dem Landkreis Dachau bei ihrer chronischen Schmerzentzündung helfen - doch die kann sie sich nicht leisten.

Wärmetherapie und Thermalbäder würden der Frührentnerin aus dem Landkreis Dachau bei ihrer chronischen Schmerzentzündung helfen - doch die kann sie sich nicht leisten.

(Foto: Mauritius Images, BSIP/A. Noor)

Die Schmerzen waren schon lange da, sagt Tina M. (Name von der Redaktion geändert). Lange bevor die 58-Jährige etwas gegen sie unternahm. "Ich hätte auf die Signale hören sollen, die mein Körper mir gibt", sagt sie heute, "aber ich konnte mir das nicht leisten." 1993 floh M. aus Sarajevo. Mit nach Deutschland brachte sie nicht nur die Erinnerungen aus dem Krieg, der zu dieser Zeit in Bosnien und Herzegowina herrschte, sondern auch eine weitere Aufgabe: "Ich war verantwortlich für meine zwei kleinen Kinder in einem fremden Land", erinnert sich M. an die Doppelbelastung in ihrem Leben. Also arbeitete die 58-Jährige in zwei Jobs: Zehn Jahre lang als Vollzeitkraft in einer Fabrik nahe Dachau, danach in einem Altenheim. Nebenbei stockte sie ihr Gehalt als Putzkraft auf. "Ich musste einfach funktionieren", sagt sie. Funktionieren, das bedeutete für M.: Kollegen und Vorgesetzte nicht enttäuschen, um ihre Existenz und die ihrer Kinder mit jedem Mittel zu sichern. Die Schmerzen am ganzen Körper habe sie deshalb einfach akzeptiert. "Das war sehr anstrengend", sagt die 58-Jährige heute. Zum Arzt sei sie erst gegangen, als ihr Leiden nicht mehr auszuhalten war. Die Diagnose: Fibromyalgie, eine chronische Schmerzentzündung. Doch das Geld für Therapiemöglichkeiten und Arztbesuche fehlt der 58-Jährigen. Der Adventskalender für gute Werke der Süddeutschen Zeitung möchte Tina M. dabei helfen, die Therapie ihrer Krankheit zu finanzieren.

Von der Diagnose blieb M. nicht unberührt. Ein "seelischer und körperlicher Zusammenbruch", so die 58-Jährige, war die Folge. Schmerzen am ganzen Körper und ihre psychischen Beschwerden machten es M. immer schwerer, ihren Beruf weiter auszuüben. "Aber die Arbeit war unsere Existenz", sagt sie. Diese zu beenden, das habe sie sich lange nicht vorstellen können. Doch vor elf Jahren ließ ihr Leiden eine Vollzeitarbeit endgültig nicht mehr zu. Mit 47 Jahren wurde Tina M. zur Frührentnerin.

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Seitdem ist das Geld knapp. Von der Grundsicherung bleiben ihr 320 Euro im Monat, um ihr Leben zu finanzieren. "Lebensmittel, Klamotten, Medizin, alles kaufe ich damit", sagt M.. Und dann sind da noch die Fahrtkosten nach München. Acht bis zehn Mal, so M., pendle sie im Monat in die Landeshauptstadt, um ihre Krankheit von Orthopäden und Schmerztherapeuten behandeln zu lassen. Doch für das Ticket der öffentlichen Verkehrsmittel muss sie jedes Mal tief in die Tasche greifen: 9,30 Euro kostet die Tageskarte, mit der M. von Dachau nach München fährt. Geld, das die Frührentnerin auch anderweitig gebrauchen könnte. "Dafür hätte ich zweimal gekocht", sagt M., "und immer werden die Tickets teurer".

Auf die Arztbesuche möchte sie aber in keinem Fall verzichten. Ihre Schmerzen, so M., werden zwar immer stärker. Doch dank ihren Ärzten weiß die 58-Jährige zumindest, was ihre Beschwerden für einige Zeit lindern kann: Wärmetherapie wirke wie ein Wundermittel, sagt die Frührentnerin. Warmes Thermalwasser und Saunagänge seien deshalb besonders wohltuend für ihre schmerzenden Körperstellen. "Das ist etwas ganz Tolles für den Körper und die Seele". Regelmäßig kann M. Schwimmbäder und Saunen trotzdem nicht besuchen. Während sie sich den Eintritt als Arbeitnehmerin zumindest von Zeit zu Zeit leisten konnte, bleibt ihr als Rentnerin kein Geld mehr dafür übrig. "Es ist unmöglich, das von der kleinen Summe zu bezahlen", sagt Tina M. - besonders, weil auch die Fahrtkosten zu ihren Ärzten jeden Monat auf sie zukommen. Der SZ-Adventskalender möchte die 58-Jährige deshalb in zweierlei Hinsicht finanziell unterstützen: Beim Eintritt für Schwimmbad und Sauna und den Fahrttickets von Dachau nach München.

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