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Streetball Challenge an Schulen:Besonderes Engagement

Christian Steinberger erfand die Streetball Challenge.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Das Ignaz-Taschner-Gymnasium und die Mittelschule Karlsfeld fördern den Schulsport

Manchen verdirbt der Sportunterricht in der Schule den Spaß an der Bewegung auf Jahre hinaus. Gute Lehrer mit guten Ideen aber können nicht nur Begeisterung wecken, sondern Talente entdecken und am Ende viel mehr fördern als sportliche Leistung. Im Landkreis Dachau gelingt das der Mittelschule Karlsfeld mit ihrer Streetball Challenge, zu der Schülerinnen und Schüler unterschiedlicher Stufen und unterschiedlicher Schularten zusammenkommen. Am Ignaz-Taschner-Gymnasium Dachau wird der Rudersport gefördert und von der fünften Klasse an als Wahlfach angeboten. Für ihr Engagement und ihre Erfolge sind beide Schulen für den Schulsportpreis der SZ-Talentiade 2019 nominiert.

Oft ist es eine einzige Person, die eine solche Initiative ergreift und erst nach und nach Unterstützer und Mitstreiter findet. Am Ignaz-Taschner-Gymnasium ist das Thomas Hücherig, der vor 18 Jahren als Sportlehrer an die Schule kam und einen Ruderstützpunkt gründete. In Karlsfeld ist es Christian Steinberger, der 2006 zum ersten Mal eine Streetball Challenge an der Mittelschule veranstaltete. Das eine eher eine Randsportart, für die man teure Ausrüstung und vor allem ein geeignetes Gewässer braucht. Das andere eine Sportart, die sich jedem schnell erschließt. Man kann sie in Straßenklamotten spielen und braucht nicht mehr als einen Basketball und einen Korb. Was beide verbindet, liegt auf der Hand: Teamgeist.

Christian Steinbergers Streetball Challenge verfolgt von Anfang an einen integrativen Ansatz. Die Sportart ist dafür ideal, sie kommt ohne besondere Voraussetzungen oder komplizierte Regeln aus. Jeder kann mitspielen. Das ist auch das Motto der Streetball Challenge. Mittlerweile nehmen sechs verschiede Schulen an dem jährlichen Wettkampf teil, darunter Gymnasien, Mittelschulen und Förderschulen. Ziel ist es, eine Verbindung herzustellen, die sonst durch die räumliche Trennung der Schularten gar nicht möglich wäre. Gemeinsam Streetball spielen gegen die Mauern im Kopf, damit gar nicht erst Vorurteile entstehen können. Nicht zum ersten Mal kommen zum Turnier Ende Juli auch dieses Jahr Rollstuhlbasketballer. Die Schüler sind begeistert und helfen bei der Organisation der Veranstaltung mit.

Thomas Hücherig hat das Ignaz-Taschner-Gymnasium zu einer Talentschmiede für den Rudersport gemacht. Die Schule hat damit ihren großen Makel, dass sie lange keine eigene Turnhalle besaß, in einen Vorteil umgemünzt. Trainiert wird auf der nahen Regattastrecke Oberschleißheim. Teure Rennboote und weitere Ausrüstung wird mit Hilfe des Landratsamtes und von Sponsoren angeschafft. Die Erfolge können sich sehen lassen: Im Mai gewannen Leni Rabl und Lisa Weber Gold bei der Junioren-Europameisterschaft in Essen. Sie traten für die Rudergesellschaft München 1972 an, mit der die Schule eng zusammenarbeitet. Wer nicht leistungsorientiert rudern möchte, bekommt von der Schule Angebote zu Wanderfahrten und Gruppenausflügen.