Süddeutsche Zeitung

Nachhaltigkeit:Dachau bekommt LED-Leuchten

Der Bund beschleunigt den Umstieg auf Straßenbeleuchtung mit LED-Technik. Die Fördermittel vom Freistaat Bayern stehen allerdings noch aus.

Von Elisabeth Klaushofer, Stadt Dachau

Dass die Stadt Dachau ihre Straßenbeleuchtung vollständig auf LED-Technik umstellt, war bereits im August beschlossene Sache. Nun nimmt das Projekt aber Gestalt an. Das Konzept stellte Dominik Böhlein vom Ingenieurbüro Energievision Franken (EVF) aus Weißdorf dem Ausschuss für Umwelt und Verkehr im Rahmen seiner jüngsten Sitzung vor. 1544 Leuchten der Kreisstadt sind bereits auf LED umgestellt. Die verbliebenen 3217 Leuchten - knapp 70 Prozent der Straßenbeleuchtung - werden auf dem Stadtgebiet ausgetauscht, sobald alle finanziellen Fördermittel da sind.

Damit wäre die Dachauer Straßenbeleuchtung vollständig mit LED ausgestattet. Die Stadt kann damit beim Stromverbrauch und somit auch an Kosten sparen. Böhlein geht von einem Stromverbrauch von durchschnittlich 368 302 statt mehr als einer Million Kilowattstunden pro Jahr aus. In einer Gegenüberstellung von LED-Technik und herkömmlichen Leuchtköpfen werde ersichtlich, dass durch die LED-Leuchten "die Stromkosten immens nach unten gehen".

Fördermittel stehen noch aus

Mit den LED-Leuchten werde außerdem die Lichtverschmutzung reduziert, sagt Böhlein, "LED bringt das Licht wirklich in die Straße und es kommt weniger Licht nach oben in den Nachthimmel." Bei den LED-Köpfen könne auch die Lichtfarbe je nach Häusercharakter passend eingestellt werden, ein Aspekt der vor allem "für die Innenstadt relevant" sein könnte. Mit der warmweißen Lichtfarbe der LED-Laternen würden auch weniger Insekten angelockt werden; diese bevorzugen kaltweißes Licht.

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz hat der Stadt für die Umrüstung auf LED bereits 542 760 Euro zugesichert. Auch vom Land Bayern erhält die Stadt Dachau noch rund 500 000 Euro an Fördermitteln. Laut Böhlein kann es allerdings passieren, dass diese erst im nächsten Jahr bereitgestellt werden, da die zuständige Verwaltungsstelle des Freistaats derzeit mit Anträgen überhäuft sei. Die Umsetzung des Projekts könne sich deshalb noch über weitere zwei Jahre ziehen. Mit den Fördermitteln wäre die LED-Umrüstung zu 70 Prozent finanziell abgedeckt.

Kritik an verwachsenen und vergilbten Laternen

Im Zuge des "LED-Check-ups" vonseiten der EVF berichtete Böhlein auch über den Zustand der Leuchten im Stadtgebiet. Das größte Problem sah er in den Straßenlaternen, die von umstehenden Bäumen und Sträuchern zugewachsen sind. "Da sollte man in diesem Herbst was machen", legte er den Stadträten nahe. Zudem seien die Straßenleuchten manchmal ungünstig zwischen Bäumen platziert oder schief, weil sie angefahren wurden oder der Boden durch Bauarbeiten nachgegeben habe. Auch stark vergilbte Leuchten wie etwa bei den Kugellaternen würden die Straßen nicht mehr ausreichend beleuchten.

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