Dachau SPD sorgt sich um S-Bahn-Nordring

Dachau und Karlsfeld müssen in die Planung einbezogen werden, fordert die Stadtratsfraktion.

Volker C. Koch, verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion, weiß aus langjähriger Erfahrung, dass Verkehrskonzepte zwar gut gemeint sind, aber an der Realität häufig scheitern können. Seine Sorge gilt den Plänen für den S-Bahn-Nordring, auf den viele Pendler im Landkreis Dachau hoffen. Der S-Bahn-Nordring bringt aber für den Landkreis überhaupt keine Entlastung, so Volker C. Koch,

wenn er nicht an Karlsfeld und die Stadt Dachau angebunden wird. Das muss laut SPD-Stadtratsfraktion bereits jetzt klar sein und in die Machbarkeitsstudie zum Eisenbahn-Nordring einfließen, die von der Stadt München, dem bayerischem Innenministerium und dem Münchner Verkehrsverbund (MVV) erstellt wird.

Der öffentliche Personennahverkehr im Großraum München müsse ausgebaut werden; dies werde sicherlich jeder unterschreiben, erklärt der Dachauer Stadtrat Volker C. Koch, und weiter: "Dabei dürfen die Weichen aber nicht in die falsche Richtung gestellt werden." Bisher nutzen den 30 Kilometer langen Ring ausschließlich Güterzüge. Die Trasse reicht von Olching über den Rangierbahnhof München-Nord, Milbertshofen, Freimann über Unterföhring und Englschalking bis Trudering. Doch was ist mit der Anbindung von Dachau und Karlsfeld an den Ring?

Viele Arbeitnehmer wohnen im Landkreis

Würden beide Kommunen nicht angeschlossen, wäre dies ein verkehrspolitisch arges Versäumnis. Diese Meinung vertritt nicht nur die Dachauer SPD-Fraktion, auch Markus Auerbach (SPD), Chef des Bezirksausschusses Feldmoching-Hasenbergl, macht sich dafür stark. Denn im Münchner Nordwesten sind viele Arbeitgeber, deren Arbeitnehmer in Dachau und im Landkreis wohnen. Der morgendliche Stau an jedem Werktag zeige dies überdeutlich, daher sollte diese notwendige Erweiterung der S-Bahn auch nach Dachau führen, meint Koch.

Da solche Planungen erfahrungsgemäß sehr lange dauerten, müsse von Anfang an, der morgendliche Pendlerstrom, der schon existiere, berücksichtigt werden. Nur das könne eine sinnvolle Entlastung des Durchgangsverkehrs in Dachau und Karlsfeld bringen. "Wir dürfen nicht abwarten, bis zum Beispiel BMW sein Forschungszentrum im Münchner Nordwesten auf 15 000 Arbeitsplätze ausbaut und dann nach Lösungen suchen. Bereits jetzt besteht Handlungsbedarf", erklärt der Verkehrsexperte. Er fordert alle politischen Kräfte im Landkreis auf, sich für die im wahrsten Sinne des Wortes richtigen Weichenstellungen einzusetzen.