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Stadtrat:Dachau verbietet Glyphosat

Landwirte, die ihre Felder auf dem Stadtgebiet haben, müssen auf den umstrittenen Unkrautvernichter verzichten.

Auf städtischen Ackerflächen darf kein Glyphosat mehr ausgebracht werden. Das Unkrautvernichtungsmittel gilt laut Weltgesundheitsorganisation WHO als "wahrscheinlich krebserregend beim Menschen". Außerdem hat der Hauptausschuss des Dachauer Stadtrats einstimmig auch den Einsatz von Insektenbekämpfungsmitteln auf Neonicotinoid-Basis verboten. Das Bündnis für Dachau hatte Anfang des Jahres einen entsprechenden Antrag gestellt.

Landwirte, die neue Pachtverträge mit der Stadt abschließen oder bestehende verlängern wollen, müssen sich verpflichten, die Gifte nicht mehr einzusetzen. Betroffen sind davon insgesamt 34,2 Hektar Acker- und Wiesenflächen im Besitz der Stadt. Florian Schiller (CSU) und Edgar Forster (FW) waren wenig überzeugt von dem Antrag und erklärten, es gebe widersprüchliche Angaben zur Gefährlichkeit der Pflanzen- und Insektengifte. Tatsächlich hat die EU-Chemikalienagentur Echa erst am Mittwoch bekanntgegeben, dass sie Glyphosat als unbedenklich für Menschen einstuft.

Allerdings sei es giftig für Tiere und Pflanzen, die in Gewässern leben und könne zu schweren Augenverletzungen führen. Die Angaben müssten immer wieder geprüft und darüber im Ausschuss gesprochen werden, sagte Schiller. "Es ist eigentlich eine Überforderung dieses Gremiums, solche Dinge vernünftig zu beurteilen." Anke Drexler (SPD) entgegnete, es gehöre zur Stadtratsarbeit, sich über komplexe Themen eine Meinung zu bilden und Jürgen Seidl (FDP) erklärte: "Im Zweifel stimme ich für Mensch, Tier und Umwelt." Dem schlossen sich letztlich alle an.

© SZ vom 17.03.2017 / vgr/gsl
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