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Stadtrat Dachau:Der OB stimmt gegen seine Fraktion

Oberbürgermeister Peter Bürgel (CSU) unterbrach daraufhin die Sitzung und sprach mit dem Bauträger. Der jedoch wollte laut OB nicht auf sein Baurecht verzichten. Wird der Turm nämlich abgerissen, darf er dort nicht wieder ein gleich hohes Gebäude hinstellen. Vielmehr orientiert sich das Ausmaß der neuen Häuser dann am nördlich liegenden Gebiet. Die Mehrheit ließ sich dadurch aber nicht von ihrem Wunsch nach einem Abriss abbringen. Nach einer erneuten Beratungspause stimmten schließlich CSU, SPD, Grüne, Bündnis für Dachau, Freie Wähler und FDP gegen Wohnungen im Silo-Turm. Nur die ÜB und OB Bürgel votierten für das Vorhaben der Rüba GmbH.

Im Bebauungsplanverfahren seien von Anfang an die Optionen Abriss oder Erhalt vorgesehen worden, sagte Stadtbauamtsleiter Michael Simon. Auf Nachfrage der Süddeutschen Zeitung erklärte er, dass der Bauwerber auch damit rechnen hätte müssen, dass er den Turm nicht erhalten darf.

Dennoch räumte Simon ein, dass darüber "bis jetzt nicht intensiv diskutiert wurde". In den bisherigen Beratungen sei immer vom Turm als Bestand ausgegangen worden. "Es gab aber nie eine befriedigende Lösung für die Gestaltung", sagte er. Die Stadtverwaltung werde nun den Bebauungsplan entsprechend des Beschlusses umarbeiten. "Das restliche Areal ist unstrittig", sagte Simon. Auch die Altlastenfrage sei mittlerweile geklärt.

Dem Bauträger bleibt nun kaum etwas anderes übrig als neu zu planen und andere Gebäude an dieser Stelle vorzusehen. Rein theoretisch, so erläutert Simon, könne die Rüba Wohnbau GmbH die Ruine an der Freisinger Straße auch einfach stehen lassen. "Dann darf da aber nicht gebaut werden", so der Bauamtsleiter. Rüba-Geschäftsführer Edgar Rümmele war am Donnerstag für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

© SZ vom 08.04.2011

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