Immer mehr Schulen rücken vom Skifahren abSommerwochen statt Skilager

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Zwar ist Skifahren an vielen Schulen noch immer Programm, dennoch steht eine Veränderung bevor.
Zwar ist Skifahren an vielen Schulen noch immer Programm, dennoch steht eine Veränderung bevor.
Angelika Warmuth/dpa

Skilager stellten lange Zeit für viele bayerische Schüler ein Highlight der Schullaufbahn dar. Immer weniger Schnee bereitet allerdings Probleme. Die Schulen ziehen Konsequenzen, auch im Landkreis Dachau.

Von David Ammon, Dachau

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Wer Wintersport liebt, bekommt längst Klimawandel und Erderwärmung zu spüren. So wird das Skifahren in niedrigen Lagen immer schwieriger. Als Folge weichen die Menschen in immer höher gelegene Regionen aus, um über gut präparierte Pisten zu wedeln. Weil es aber nicht mehr ausreichend schneit, kommen Schneekanonen zum Einsatz, um den Betrieb aufrechtzuerhalten. Das ist sehr energieintensiv und mit einem hohen Wasserverbrauch verbunden. Hinzu kommt, dass der Skisport in den vergangenen Jahren immer teurer geworden ist. Ein Tagespass für eines der beliebten Skigebiete im Münchner Einzugsgebiet kostet inzwischen nicht selten um die 60 bis sogar 70Euro.

Das ist auch für Schulen zum Problem geworden. Lange Zeit war das Skilager für viele Schülerinnen und Schüler fester Bestandteil der Schulzeit, herbeigesehntes Highlight, bleibende Erinnerung. Zusammen mit Freundinnen und Freunden ins Skilager zu fahren gehörte für viele einfach dazu. Zwar ist Skifahren auch an vielen Dachauer Schulen noch immer Programm, dennoch steht ein Wandel bevor.

Ersatz muss her

Im Schulamt in Dachau ist dies längst angekommen, die Veränderungen seien klar zu sehen, erklärt Schulamtsleiter Albert Sikora. Insgesamt sei die Zahl der Schulen, die Skilager anbieten, rückläufig. Immer höher rauf zu fahren, immer mehr zu zahlen funktioniert schlicht in vielen Fällen nicht mehr. Früher wurde teils bereits aus Kostengründen vom klassischen Skilager abgewichen zu sogenannten „Winterwochen“. Hier hätten die Schulen häufig eine Mischung verschiedener Winteraktivitäten für die Schülerinnen und Schüler kombiniert, erzählt Sikora. Doch seit nun auch der Schnee immer weniger werde, würde mittlerweile häufig umgestiegen auf Ersatz, beispielsweise erlebnispädagogische Wochen im Frühling, Sommer oder Herbst.

Denn: Ersatzlos entfallen dürfen solche Fahrten nicht, findet Sikora, zu groß sei der Mehrwert für die Schülerinnen und Schüler. „Wenn etwa ein Schüler, der noch nie zuvor auf Skiern gestanden ist, am Ende einer solchen Woche einen steilen Berg hinunterfahren kann“, sei das „eine wahnsinnige Erfahrung“. Insbesondere hätten solche Fahrten damit das Potenzial, das Selbstbewusstsein der Schüler zu steigern. Viele würden bemerken „Ich kann was, ich kann etwas leisten!“, auch wenn es schulisch mal gerade nicht so gut läuft.

Dennoch handhaben die Schulen es momentan noch recht unterschiedlich. Während für einige Schulen das Angebot eines Skilagers momentan noch klassisch dazugehört, haben andere schon Konsequenzen gezogen. Wieder andere fahren gar nicht.

So steht aktuell beispielsweise noch für die siebten Klassen der Therese-Gerhardinger-Realschule in Weichs oder auch des Ignaz-Taschner-Gymnasiums in Dachau das Skilager im Lehrplan. In der Therese-Gerhardinger-Realschule heißt es, man habe die Veränderung im Blick und sei sich der Probleme bewusst. Jedes Jahr werde eine neue Abwägung gemacht, Umweltschutz- und Kostengründe seien ausschlaggebend. Auch das Ignaz-Taschner-Gymnasium sieht sich vor einer Veränderung, berichtet Schulleiter Markus Zimmermann. Zwar fahre man momentan noch nach Österreich zum Skifahren, zeitgleich werde aber bereits an einem Ersatz gearbeitet, um für alles gewappnet zu sein. Solange noch sicher mit „Schnee von oben“ gerechnet werden könne, sagt Zimmermann, plane man die nächsten Jahre weiterhin ein Skilager anzubieten. „Wenn es nur noch eine weiße Piste gibt im Grünen“, wird man sein Programm ändern, so der Schulleiter. Sommerwochen seien als Ersatz im Gespräch.

Sommersportwoche statt Winterfahrt

Anders an der Dr.-Josef-Schwalber-Realschule in Dachau. Dort findet die Veränderung jetzt gerade statt: Seit diesem Jahr gibt es anstelle des bisherigen Skilagers eine einwöchige Sommersportwoche. Der Schritt sei in den vergangenen drei Jahren in den Gremien der Schule diskutiert und beschlossen worden, erzählt Direktorin Tanja Huber. Auch sie führt zunehmend unsichere Schneeverhältnisse im Zuge des Klimawandels als Grund an.

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