Süddeutsche Zeitung

Schwabhausen:Stillstand auf der Baustelle

Während die Arbeiter auf Material warten, ignorieren einige Autofahrer die Absperrung

Von Johannes Rockstuhl, Schwabhausen

Eine Baustelle blockiert seit eineinhalb Monaten die Durchfahrt durch Rumeltshausen. Der Grund: Die Gemeinde lässt neue Wasserleitungen verlegen und schafft gleichzeitig die Infrastruktur für Glasfaserkabel. Die Kosten für das Projekt betragen rund eine Million Euro. Voraussichtlich bis Jahresende soll die Baustelle bestehen bleiben.

Doch obwohl die Straße gesperrt ist, lassen sich einige Autofahrer davon nicht aufhalten, denn momentan stehen die Bauarbeiten still. Entsprechend wenig Akzeptanz finden die Schilder an den beiden Ortseingängen, die darauf hinweisen, dass nur Anlieger bis zur Baustelle fahren dürfen. Nicht nur Anwohnerinnen und Anwohner sparen sich inzwischen den großen Umweg über die Indersdorfer Spange zur Staatsstraße 2050 und nach Stetten - so ist die Umleitung offiziell ausgeschildert.

Einige Rumeltshausener fragen sich nun, wieso die Straßensperrung nicht wieder aufgehoben werden kann, da doch aktuell keine Bauarbeiter zu sehen sind. Aus ihrer Sicht bestehe schließlich kein Grund für eine Sperrung. Ein Anwohner, der anonym bleiben möchte, berichtet, viele führen nun ein bisschen langsamer. Insgeheim freue man sich aber darüber, dass jetzt weniger Verkehr vor der Haustür sei.

Der Schwabhausener Bürgermeister Wolfgang Hörl (Freie Wähler) ist über die Beschwerden der Anwohnerinnen und Anwohner sehr verärgert. Wenn es Probleme gebe, dann solle man sich doch bitte bei ihm direkt melden. "Die Firma arbeitet extrem gewissenhaft", sagt Hörl. Da werde nicht gebummelt, auch wenn es derzeit den Anschein danach haben könnte. Hörl stellt sogar in Aussicht, dass die Arbeiten vielleicht früher fertig werden könnten als geplant.

Grund für den derzeitigen Stillstand seien Schwierigkeiten zur Materialbeschaffung. Eine Materialknappheit besteht laut Hörl jedoch nicht. Laut dem Bürgermeister stehen die Arbeiten seit dieser Woche still. Schon in der nächsten Woche soll es aber weitergehen. Um den Anwohnern einen Gefallen zu tun, hätten die Bauarbeiter die Straße extra wieder sporadisch befahrbar gemacht, sagt Hörl.

Doch dies nutzen nun offenbar auch andere Autofahrer aus. Auf der Straße sind schon immer viele Autos unterwegs. Die Route durch Rumeltshausen ist für viele interessant, die vom nördlichen Landkreis kommen oder dorthin wollen, und ist deshalb viel befahren. Bürgermeister Hörl ärgert sich über die "Dreistigkeit der Bürger", die da aktuell trotz der Baustelle durchfahren. Jeder denke nur an sich selbst.

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Quelle:
SZ vom 27.08.2021
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