bedeckt München 29°

Bebauungsplan:Schwabhausen will größeres Sportgelände

Bürgermeisterkandidaten

Bürgermeister Wolfgang Hörl verspricht Ausgleichsmaßnahmen.

(Foto: Nils P. Jørgensen)

Die Gemeinde plant ein neues Fußball-Trainingsfeld. Das Landratsamt wünscht sich dafür ein schalltechnisches Gutachten

Von Renate Zauscher, Schwabhausen

Die Gemeinde will die baurechtlichen Voraussetzungen schaffen für die Erweiterung des vorhandenen Sportgeländes und für eine künftige Erweiterung des gemeindlichen Bauhofs. Für die Erweiterungspläne konnte die Gemeinde ein an das Sportgelände angrenzendes Grundstück erwerben. Nachdem der Gemeinderat im März einem Vorentwurf für die Änderung des Bebauungsplans zugestimmt hatte, hatten Behörden und andere Träger öffentlicher Belange, auch Privatpersonen, die Möglichkeit, sich bis Ende April zu den Plänen zu äußern. Deren Stellungnahmen wurden jetzt vom Bau- und Umweltausschuss behandelt.

Im Einzelnen geht es im Bereich des Sportgeländes um die Fläche für den Anbau der Turnhalle, außerdem um ein neues Fußball-Trainingsfeld, eventuell kombiniert mit einer Dirtbike-Bahn, und um die Verlagerung der mittlerweile maroden Skaterbahn an einen anderen Standort. Wegen der Turnhallenvergrößerung sind zusätzliche Parkplätze nötig, die im Norden des Planungsbereichs vorgesehen sind. Gleichzeitig soll die Möglichkeit geschaffen werden, den Bauhof zu erweitern. Angedacht ist dort auch die Unterbringung eines Schützenheims.

Da das Grundstück, das die Gemeinde erwerben konnte, fast 3,5 Hektar groß ist, fordert das Landratsamt, dass parallel zum Änderungsverfahren des vorhandenen Bebauungsplans eine Flächennutzungsplanänderung vorgenommen wird. Darüber hinaus hält die Behörde auch ein schalltechnisches Gutachten für nötig, das den Sportbetrieb auf dem vorhandenen Sportgelände wie auch auf der hinzugekauften Fläche berechnet. Dabei geht es um die voraussichtlichen Lärmimmissionen, die auf das Wohngebiet am Anemonen- und Veilchenring einwirken würden. Sowohl der geforderten Änderung des Flächennutzungsplans wie auch der Erstellung eines schalltechnischen Gutachtens stimmten die Mitglieder des Bauausschusses geschlossen zu.

Aber auch was die Auswirkungen der Erweiterungspläne auf die Natur angeht, meldete das Landratsamt Forderungen an. Sorge macht der Unteren Naturschutzbehörde die geplante Entfernung eines Teils der Hecke, die das vorhandene Sport- und Bauhofgelände zur freien Natur hin abschließt. Positiv sei zwar, dass ein vorhandener Wall mit Gehölzen großenteils erhalten bleibt, heißt es von Seiten der Naturschutzbehörde. In Richtung der geplanten Bauhoferweiterung aber müsste die jetzige Eingrünung gerodet werden; wertvoller Gehölzbestand gehe hierdurch verloren.

Es seien deshalb, so die Behörde, Begehungen nötig. "Planungsrelevant" seien Artengruppen wie Vögel - hier vor allem das mögliche Vorkommen von Feldlerchen -, von Fledermäusen, Säugetieren wie die Haselmaus oder Faltern, die etwa an Weideröschen leben. Es könnten jedoch auch Amphibien vorhanden sein wie Laubfrösche und Kröten, die vom nahen Rothbach her zuwandern. Die Begehungen sollen in diesem Jahr zu den Artengruppen der Vögel und der Fledermäuse erfolgen, heißt es im Beschluss des Bauausschusses, das Vorkommen von Tieren der übrigen aufgelisteten Artengruppen sei voraussichtlich eher gering. Auf jeden Fall wird der Bedarf an Ausgleichsmaßnahmen anhand der Begehungsergebnisse berechnet. Zusätzlich zu Neuanpflanzungen am Standort sollen Ausgleichsmaßnahmen laut Auskunft von Bürgermeister Wolfgang Hörl auf der gemeindlichen Ökokontofläche in Oberroth vorgenommen werden, die man "aufwerten" wolle.

Lob gab es für die Planung von Seiten der Schwabhausener Ortsgruppe des Bund Naturschutz: Der Bebauungsplan sei im Wesentlichen "gut geraten", heißt es in dessen Stellungnahme; man begrüße, dass ein "ordentlicher Fachbeitrag zum Artenschutz" vorgelegt" worden sei. Auch zwei Privatpersonen äußerten sich zu den Plänen. Interessant ist hier vor allem der Vorschlag einer Schwabhauserin: Ihre Schafe könnten in die Pflege der Grünflächen eingebunden werden. Eine Beweidung mehrmals jährlich erspare den Gemeindearbeitern Arbeit und Zeit.

© SZ vom 16.06.2020

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite