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Schönbrunn:Appell an den Gemeinsinn

Bürgermeister Dieter Kugler vor dem Röhrmooser Rathaus.

(Foto: Niels P. Jørgensen)

Bürgermeister Dieter Kugler (CSU) zieht Bilanz in Schönbrunn

Nach gefühlt sechs Stunden Vortrag in den letzten Wochen über den Etat der Gemeinde Röhrmoos, über notwendige Investitionen, Ausgaben für Kinder und Jugendliche (fast 40 Prozent der Ausgaben) hat Bürgermeister Dieter Kugler (CSU) ein paar Wünsche auf der dritten Bürgerversammlung beim Klosterwirt in Schönbrunn vorgetragen. Allgemein gesagt, wünscht er sich Bürger, die nicht nur nach der Verwaltung rufen, sondern Angelegenheiten selbst in die Hand nehmen. Als Beispiel nannte er die Pflege von Wegen oder auch den Einsatz für Vereine. Als Vorbild bezeichnete er die Initiative eines Unternehmers, der für den Bau des Feuerwehrhauses in Sigmertshausen nicht nur die Materialien für Innenausbauten zum Einkaufspreis überließ, sondern auch noch seine Mitarbeiter kostenlos dem Feuerwehrverein. Kuglers Wünsche zeichnen sich dadurch aus, dass er sie sich nicht selbst erfüllen kann.

Tempo 30

In Kürze dürfte ein neues Bundesgesetz kommen, wonach Tempo-30-Zonen auch in Ortschaften ohne Unfallschwerpunkte eingeführt werden dürfen. Bürgermeister Kugler hofft darauf, dass der Landkreis die nötige Einsicht walten lässt und die Kreisstraße DAH 3 durch Großinzemoos verkehrsberuhigt. Und das Thema Umgehungsstraße ist aus seiner Sicht immer noch aktuell. Dabei hängt die Entscheidung vom Gesamtverkehrsplan des Landkreises ab, der gerade erstellt wird.

Tangentialen

Kugler muss auch in diesem Fall auf den Landkreis hoffen. Denn der Bürgermeister wünscht sich eine Querverbindung für Busse zwischen Markt Indersdorf und Röhrmoos. Sie wird jetzt dringend, weil an der Realschule im Kloster Indersdorf bekanntlich eine Fachoberschule eingerichtet wird. Außerdem denkt Kugler schon weiter. Eine solche Buslinie könnte als Tangentiale bis nach Lohhof und Neufahrn führen und damit den Landkreis Dachau teilweise an den Flughafen anbinden. Die Folge wäre weniger Individualverkehr auch durch Großinzemoos. Mit dieser Forderung liegt Kugler auf einer Linie mit dem Landkreis und dem Kreistag, die ebenfalls Tangentialen bevorzugen.

Radwege

Als unter Bürgermeister Hans Lingl (Freie Wähler) die Verbindungsstraße zwischen Schönbrunn und Vierkirchen gebaut wurde, entschied sich der Gemeinderat gegen einen Radweg. Denn der staatliche Zuschuss, welcher der Gemeinde überraschenderweise angeboten worden war, musste sehr schnell abgerufen werden. Da gab es keine Zeit für zusätzliche Planungen. Jetzt scheitert der Radweg an Grundstücksverhandlungen vor allem in Vierkirchen, wie Kugler ausführte. Die Alternative haben er und seine Kollege Harald Dirlenbach (SPD) gefunden: Sie bauen den Jakobsfußweg zwischen den beiden Gemeinden aus. Kugler hofft auf die Zustimmung der Bürger. Den Umweg von ungefähr 1,4 Kilometer hält er für hinnehmbar.

Ruftaxi

Seit einem Jahr läuft das Ruftaxi im Landkreis. Der Röhrmoos Bürgermeister appelliert an die Röhrmooser, dieses Angebot des Landkreises und der 17 Gemeinden intensiv zu nutzen. Denn wer weniger Autos durch das Gemeindegebiet will, so Kugler, "muss auch Angebote des Öffentlichen Nahverkehrs annehmen". Die MVV-Ruf-Taxi-Linie 7270 bedient die Gemeindegebiete Hebertshausen und Röhrmoos und bietet Anschluss an die S 2 Petershausen. Die Telefonnummer für die Linie der beiden Gemeinden Röhrmoos und Hebertshausen lautet: 08131/33 74 99 91.

Zusammenhalt

Ausdrücklich lobte Kugler den Arbeitskreis Asyl, der Flüchtlinge und Asylbewerber in der Unterkunft in Schönbrunn betreut. Und er betonte, dass der Arbeitskreis stellvertretend für die gesamte ehrenamtliche Tätigkeit in der Gemeinde von ihm gewürdigt wird. Er appellierte an die Bürger, sich an dem Asylhelferkreis zu beteiligen: "Es geht nur, wenn jeder nach seiner Möglichkeit hilft."

© SZ vom 20.07.2016 / we
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