bedeckt München 25°

Runder Geburtstag:"Meine Dummheiten haben mich jung gehalten"

Elisabeth Rahner empfängt den Oberbürgermeister, der ihr zum runden Geburtstag gratuliert.

(Foto: Toni Heigl)

Die Dachauerin Elisabeth Rahner feiert ihren 100. Geburtstag und ist topfit.

Die Dachauerin Elisabeth Rahner hat am 1. April ihren 100. Geburtstag gefeiert. Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) gratulierte ihr am Mittwoch und überreichte ihr einen Geschenkkorb sowie einen Gruß des Ministerpräsidenten Horst Seehofer. Für einen Gruß des Bundespräsidenten habe es noch nicht ausgereicht, sagt die Jubilarin lachend. "Da bin ich noch zu jung."

Elisabeth Rahner wurde in Breslau geboren und kam 1948 nach Dachau. Sie fühle sich hier sehr wohl, sagt sie, dennoch vermisse sie ihre Geburtsstadt. "Das wird immer so sein." Dachau sei ihr Zuhause, Breslau ihre Heimat.

Ihren Ehemann lernte sie in Breslau kennen. 1956 kauften sie sich dann gemeinsam ein Haus in Dachau-Ost. "Gute Nachbarschaft ist das Wichtigste", erzählt sie. Einige der Nachbarn von früher seien bereits verstorben, sagt Elisabeth Rahner. Doch trifft sie sich heute noch regelmäßig alle zwei Wochen mit einigen ihrer Nachbarn zu einem Stammtisch. "Da sind wir dann zu fünft und tauschen die Neuigkeiten aus."

Geburtstagsfeier in der "Alten Liebe"

Elisabeth Rahners Ehemann war bei der MAN angestellt, sie selbst arbeitete früher im Büro und Verkauf. Sie zogen drei Töchter und einen Sohn groß. Ihr Ehemann verstarb vor zehn Jahren. Mit einer ihrer Töchter lebt sie nun gemeinsam. Sie ist froh, dass es ihre Gesundheit erlaubt, Zuhause leben zu können. Mittlerweile hat Elisabeth Rahner sechs Enkel und auch schon elf Urenkel. "Da wird es Weihnachten immer ein bisschen eng", sagt sie. Ihren 100. Geburtstag feierte sie am vergangenen Wochenende gemeinsam mit ihrer Familie in der Alten Liebe.

Elisabeth Rahner hat ein paar Ratschläge für ein langes, erfülltes Leben: "Viel Arbeit", sagt sie, "und viel reden." Wenn es etwas gäbe, was ausgesprochen werden müsse, dürfe man das nicht für sich behalten. Man dürfe nichts herunterschlucken, rät sie. Bereuen tut Elisabeth Rahner nichts. "Meine Dummheiten haben mich jung gehalten", sagt sie. Elisabeth Rahner liest gerne und viel, außerdem ist sie gerne in ihrem Garten. Für andere Hobbys habe sie damals kein Geld gehabt. Aber sie sei auch nie auf Geld aus gewesen. "Reden und Taten", dass sei das, was zähle.

"Ich habe ein Heim und Kinder, da muss man glücklich sein", sagt Elisabeth Rahner. Für die Zukunft habe sie nur einen Wunsch, nämlich gesund zu bleiben.

© SZ vom 06.04.2017/gsl

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite