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Rettung  in Röhrmoos:Fuchskinder in Not

Feuerwehr rettet hilflosen Welpen, der in einem Drainagerohr stecken geblieben ist

Es war ein Einsatz, den die Feuerwehr Biberbach wohl nicht so schnell vergessen wird - einer der zu Herzen geht. Aber auch einer, der glücklich macht. Zunächst sah die Sache nicht gut aus: Ein winselnder Welpe saß fest - tief in einem Drainagerohr - kaum zugänglich. Spaziergänger hatten ihn und seine Geschwister am Donnerstagnachmittag entdeckt. Aufmerksam wurden sie auf die jungen Füchse, weil vier von ihnen in einem Graben gleich neben dem Feldweg zwischen Biberbach und Vierkirchen jaulten. Die Passanten sammelten die Tiere ein und bemerkten dabei ein ganz leises Winseln tief in der Erde. Mit bloßer Hand konnten sie das Tier nicht aus dem 20 bis 30 Zentimeter dicken Rohr befreien. Es war einfach viel zu tief in das Rohr hineingekrabbelt und kam nicht mehr aus eigener Kraft heraus. Deshalb riefen die Spaziergänger die Feuerwehr zu Hilfe.

Hundewelpen gerettet

Kaum eine Woche alt und schon so viel Aufregung: Sichtlich erschöpft ist das Fuchsbaby nach der Rettung.

(Foto: Feuerwehr)

Zwölf Ehrenamtliche aus Biberbach und Vierkirchen rückten sofort an. Schnell hatten sie eine rettende Idee, wie man dem Füchslein aus der Patsche helfen könnte. Einer der Feuerwehrler hat im Ort einen Baumaschinenverleih. Erst kurz zuvor hatte er einen Minibagger von einer Baustelle geholt. Dieser war noch auf der Ladefläche des Lastwagens festgezurrt. Ein glücklicher Zufall. Innerhalb von fünf Minuten war er mit dem Bagger am Einsatzort. Fünf Rohrteile mussten ausgegraben werden, jedes einen Meter lang. Dann sahen die freiwilligen Helfer den völlig verängstigten und geschwächten Welpen hinter einem Haufen Schlamm hervorspitzen. Der Biberbacher Kommandant Josef Gattinger schaufelte selbst den Dreck mit dem Spaten weg und hob das verängstigte Fellknäuel aus dem Rohr. "Es war gerade mal so groß wie mein Handschuh", erzählt er, froh, dass das Tier noch lebt.

Hundewelpen gerettet

Aus diesem Rohr wurde der junge Fuchs befreit.

(Foto: Feuerwehr)

Die Polizei nahm das Fuchsbaby entgegen, legte es zu seinen Geschwistern in einen Karton und brachte die Welpen mit Blaulicht zum nächsten Tierarzt. Etwas mehr als eine Stunde dauerte die glückliche Rettungsaktion. Laut Kommandant Manfred Huber aus Vierkirchen sind die Tierchen noch keine Woche alt. Allein können sie nicht überleben, deshalb werden sie nun in einer Auffangstation für Wildtiere mit der Flasche aufgepäppelt.

© SZ vom 18.04.2020 / cb

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