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Respekt an der Schule:Gemeinschaft erleben

Einen Tag lang üben Mittelschüler im Landkreis, sich gegenseitig Respekt zu zollen. Sie lernen, wie man Konflikte entschärft und aufeinander zugeht. Alle sind mit Feuereifer dabei - und erhalten viel Lob

Auf dem Mittelschultag haben sich die Schüler im Landkreis einen Tag lang dem Thema "Respekt" gewidmet. Die Projekte und Aktionen hatten die Klassensprecher, Schülersprecher, Verbindungslehrer sowie die jeweilige Schülermitverantwortung (SMV) an den Schulen zusammen geplant. Gemeinsam überlegten sie, wie man einen Tag zum Thema "Respekt" an der eigenen Schule gestalten kann. Heraus kamen verschiedene Arten, den Schülern das Thema zu vermitteln und näherzubringen.

In vielen Klassen klärten die Kinder und Jugendlichen zunächst, was für sie Respekt eigentlich bedeutet. An der Grund- und Mittelschule Haimhausen beteiligten sich auch die Grundschulkinder. "Respekt ist, dass man nicht gemein zueinander ist", sagte ein Junge aus der vierten Klasse. Eine Schülerin der Mittelschule an der Anton-Günther-Straße in Dachau sagte, Respekt sei, "alle gleich zu behandeln" und eine Gemeinschaft zu bilden.

Viele der Aktionen am Mittelschultag zielten gerade darauf ab, den Schülern ein Gemeinschaftsgefühl zu geben. Gemeinsam bemalten die Schüler der Grund- und Mittelschule Haimhausen ein Leintuch, auf dem in großen, bunten Buchstaben "Respekt" stand. Jeder Schüler durfte mit bunten Stiften darauf unterschreiben. Auch an der Mittelschule an der Anton-Günther-Straße gestalteten die Jugendlichen ein Leintuch. Zwei Schülerinnen hätten "Respekt" auf das Tuch gemalt, berichtete Thomas Hendler von der Mittelschule in Dachau-Ost. Dann durften die Schüler auf das Tuch schreiben, was Respekt für sie bedeutet. Man solle niemanden anlügen und die Leute begrüßen, schrieb ein Schüler, "und man soll Respekt geben, um Respekt zu bekommen".

"Die Bänder haben die Kinder wahnsinnig gefreut"

Diese Worte standen auch auf den Armbändern, die den Schülern an allen Mittelschulen gegeben wurden. "Die Bänder haben die Kinder wahnsinnig gefreut", berichtete Katharina Loderer von der Mittelschule Indersdorf. Die Schüler seien sofort Schlange gestanden, um sich die Armbänder bei der SMV abzuholen. Die Bänder mit dem Slogan "Give respect, get respect" konnten durch Spenden des Landrats Stefan Löwl (CSU) und durch das Bundesprogramm "Demokratie leben" sowie die "Partnerschaft für Demokratie" im Landkreis Dachau den Schülern der Mittelschulen bereitgestellt werden. An der Mittelschule in Dachau-Ost wurde der Tag zum Thema Respekt mit dem Tag der Nationen verbunden. "Es hat auch etwas mit Respekt zu tun, sich anderen Kulturen zu öffnen", erläuterte Thomas Hendler. Kinder und Jugendliche aus 30 verschiedenen Nationen gebe es an der Schule, sagte er. Neben typischem Essen aus verschiedenen Ländern gab es verschiedene Spiele. Die Schüler sollten zum Beispiel Essenspezialitäten den jeweiligen Ländern zuordnen oder konnten Flaggen-Memory spielen.

An der Mittelschule Karlsfeld bearbeiteten die Schüler das Thema "Respekt" mit einem partizipativen Theater. Sie widmeten sich in Rollenspielen Konfliktsituationen und erarbeiteten, wie man respektvoll miteinander umgehen kann. Dazu holten sie sich Hilfe vom Verein Creative Change. Zuerst zeigten Philip Badi Blom, Hannah Hafermann, Sina Bertal und Isabelle Acker von Creative Change den Jugendlichen, wie ein Gespräch nicht ablaufen sollte: Ständig unterbrachen sie einander und reagierten auf die Ideen der anderen abschätzig. Die Jugendlichen sollten die Probleme herausarbeiten und nach Lösungsmöglichkeiten suchen.

"Eigentlich ist jeder Tag ein Respekttag"

Dann waren sie selbst gefragt. Die Schüler gingen auf die Bühne und spielten vor, wie man in einer Problemsituation besser reagieren kann. Sie hörten einander zu, gingen aufeinander ein und lobten die Ideen der anderen. Dadurch, dass man über ein Theaterstück rede, fühlten sich die Jugendlichen freier, selbst etwas zu sagen, erzählte Philip Badi Blom. "Diese Form der Vermittlung funktioniert auch so gut, weil das Theater Spaß macht, emotional ist." Die stellvertretende Landrätin Marianne Klaffki (SPD) besuchte die Grund- und Mittelschule Haimhausen. Sie sprach ein "gigantisches Lob an die Schüler aus", die mit "Feuereifer" dabei gewesen seien. Sie sehe die Bedeutung eines Tages zum Thema Respekt darin, dass sich die Schüler gemeinschaftlich mit den verschiedenen Aspekten von Respekt beschäftigten.

Die Schulleiterin der Grund- und Mittelschule Haimhausen Cornelia Stock betonte, dass die Schule sich bemühe, Respekt auch im alltäglichen Schulleben zu thematisieren. "Ein solcher Tag entwickelt ein Bewusstsein und sensibilisiert die Schüler für das Thema. Aber natürlich ist die tägliche Umsetzung von Respekt wichtig", sagte Susanne Ley, Beratungslehrerin an der Mittelschule Haimhausen. Dem schloss sich eine Schülerin der fünften Klasse an: "Eigentlich ist jeder Tag ein Respekttag."

© SZ vom 08.04.2017/lela

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