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Reden wir über:Tradition und Treffsicherheit

Rainer Rösch.

(Foto: Toni Heigl)

Rainer Rösch erläutert, warum es wieder ein Volksfestschießen gibt

Im Schützenheim von Frohsinn Udlding in Webling treten am Samstag, 17. August, Dachauer Schützenvereine zum Wettbewerb gegeneinander an. Nachdem es viele Jahre nicht mehr stattgefunden hatte, ruft die Überparteiliche Bürgergemeinschaft Dachau (ÜB) das traditionelle Volksfestschießen wieder ins Leben. Rainer Rösch , Fraktionsvorsitzender der ÜB, erläutert, wie es zur Wiederentdeckung der Veranstaltung kam, wer teilnimmt und worum geschossen wird.

SZ: Das Volksfestschießen ist beinahe in Vergessenheit geraten. Wie wurden Sie wieder auf die Tradition aufmerksam?

Rainer Rösch: Voriges Jahr sind wir auf einen Bericht über Dachau vor fünfzig Jahren gestoßen, in dem erwähnt wurde, dass am 20. August 1968 ein Volksfestschießen stattfand. 400 Schützen nahmen damals am Wettbewerb teil, es wurden 50 000 Schuss abgeben. Es gab lange Zeit ein Dachauer Volksfestschießen. Damals hat das dort stattgefunden, wo die Amperbrücke zur Schleißheimerstraße führt.

Wann und wodurch fand die Veranstaltung dann ihr vorläufiges Ende?

Wir haben versucht herauszufinden, wieso es diese Veranstaltung jetzt nicht mehr gibt. Genau lässt sich das leider kaum mehr feststellen: Nicht die Stadt, sondern ein Verein hat das Volksfestschießen ausgerichtet, also fehlen die Unterlagen, um die Geschichte der Veranstaltung genauer nachzuvollziehen. Vermutlich fand das Volksfestschießen bis Anfang der siebziger Jahre statt.

Warum will die ÜB das Volksfestschießen nun wieder aufleben lassen?

Es gibt in Dachau so viele engagierte Schützen und auch so viele Schützenvereine, da bietet sich eine solche Veranstaltung für das Volksfest an. Wir haben zunächst mit Oberbürgermeister Florian Hartmann (SPD) gesprochen, der von der Idee gleich begeistert war, und die Anfrage an die Stadt gestellt, dieses Jahr ein Volksfestschießen durchführen zu dürfen. Wir wollen die Veranstaltung neu etablieren. Das Volksfestschießen soll wieder eine Tradition werden, die jährlich stattfindet.

Am Samstag von 10 bis 14 Uhr findet also zum ersten Mal seit langer Zeit wieder ein Volksfestschießen statt. Wer wird teilnehmen?

Die Resonanz bei den Schützenvereinen war wirklich sehr gut. Bis auf einige, die es terminlich nicht schaffen, nehmen acht der vierzehn Dachauer Vereine teil. Jede Mannschaft setzt sich aus dem Schützenmeister oder seinem Vertreter, dem Schützenkönig oder der Schützenkönigin, einem freihändigen Schützen und einem Auflageschützen zusammen. Zusätzlich zu diesen vieren kann jeder Verein einen jugendlichen Schützen mit in den Wettbewerb bringen.

Um welche Preise wetteifern die Mannschaften?

Unter den Mannschaften wird eine von der Stadt gestiftete Wanderscheibe ausgeschossen, die der Oberbürgermeister bei der Siegerehrung um 15 Uhr dem Verein mit dem besten Mannschaftsergebnis überreichen wird. Die drei besten Einzelergebnisse und die Schützen mit dem besten Ringergebnis erhalten einen von der ÜB gestifteten Preis. Welchen, das soll aber eine Überraschung werden. Die Jugendlichen nehmen nicht an der Mannschaftswertung teil, unter ihnen werden aber drei extra Preise ausgeschossen, die vom Schützengau gestiftet und von Gauschützenmeister Alfred Reiner überreicht werden.